Ralf Benkös Reiseausblick 2021

Jetzt schon den Urlaub im nächsten Jahr buchen? Darauf sollten Sie achten!

Ein Strand auf Mallorca im Coronasommer 2020. Trotz Reisewarnung sind die Preise für einen Urlaub in den Sommerferien ziemlich hoch. Außerhalb der Ferien kann man aber auf gute Angebote stoßen.
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29. Dezember 2020 - 8:45 Uhr

Der RTL-Reiseexperte beantwortet Ihre Fragen

Ist es eine gute Idee, jetzt schon fürs nächste Jahr zu buchen, obwohl noch gar nicht abzusehen ist, wie Corona das Reisen einschränken wird? Lohnt es sich überhaupt, oder sind die Preise so hoch, dass man nicht von Frühbucherschnäppchen sprechen kann? Bekomme ich das Geld zurück, wenn meine Reise nicht stattfindet? Oder kann ich auch erst bezahlen, wenn feststeht, dass der Urlaub auch wirklich stattfinden kann? Fragen, die sich derzeit viele stellen, wenn sie über Urlaubsreisen im nächsten Jahr nachdenken. RTL-Reiseexperte Ralf Benkö hat die Antworten.

Corona hat nicht nur das Reisen, sondern auch das Buchungsverhalten verändert

Ralf Benkö im Homeoffice
Reiseexperte Ralf Benkö hat nützlich Tipps worauf man vor einer Buchung achten sollte.
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Der Coronasommer 2020 und die zahlreichen Reiseeinschränkungen haben Verunsicherung unter den Urlaubern gestiftet. Das macht sich auch im Buchungsverhalten bemerkbar, das derzeit eher zurückhaltend ist, wie einige Vertreter der Reisebranche melden. Und das, obwohl die ersten Wochen des Jahres normalerweise die Hochzeit der Frühbuchungsphase sind. "Das könnte dieses Mal anders sein. Man vermutet, dass sich diese Buchungen auf Februar, März oder sogar auf April verschieben, je nachdem wie lange die Unsicherheit eben anhält", erklärt Ralf Benkö.

Gibt es gute Angebote fürs nächste Jahr?

Allgemein heißt es seitens der Reisebranchenvertreter, dass die Preise für 2021 ansteigen, weil Verluste des Vorjahres aufgefangen werden müssten und wegen Corona Mehrkosten entstünden. Viele beliebte Reiseziele sind dadurch teurer als in den Vorjahren. So ist Mallorca während der Sommerferien preislich weniger attraktiv. Spanien und Griechenland bleiben dagegen auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Jahr. Schnäppchen finden sich mitunter auch. "Wenn neue Reisen möglich werden, gibt es Rabattangebote zum Ankurbeln sozusagen", erklärt Benkö. Das heißt, dass die Preise für manches Urlaubsziel in den nächsten Wochen und Monaten weiter fallen oder in die Höhe steigen könnten. Abhängig ist das u.a. von der Corona-Lage im jeweiligen Land und von der Breite des Flugangebots.

Frühbuchen oder besser abwarten?

ARCHIV - 15.04.2020, Ägypten, Hurghada: Menschenleer ist der Badestrand. Pauschalurlauber können nach dem Corona-Krisenjahr auf günstige Preise 2021 hoffen. (zu dpa «Urlaub 2021 - «Reisen an sich wird günstig sein»») Foto: Marcel Lauck/ dpa +++ dpa-B
Für Hurghada gibt es an Ostern und im Sommer günstige Angebote.
© dpa, Marcel Lauck, alf sab gfh

Ob oder wann am besten gebucht werden sollte, muss allerdings jeder für sich entscheiden. Es kann sich aber lohnen ein bisschen zu stöbern, zu vergleichen und offen für neue Reiseziele zu sein, was die Entscheidung wiederum sehr erleichtern kann. Derzeit schneiden zum Beispiel Gran Canaria und Ägypten preistechnisch sehr gut ab. Neun Tage in Hurghada während der NRW-Osterferien bekommt eine vierköpfige Familie mit Flügen und All Inclusive schon ab 2630€. Oder neun Tage Gran Canaria zur selben Zeit, mit Halbpension, und Zug zum Flug sowie Flug gibt es ab 2.500€.

Die Reise fällt ins Wasser! Was ist dann mit meinem Geld?

 Symbolfoto am Montag, 03.08.2020, am Strand in Ahlbeck. Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern Tourismus Massentourismus Landschaft Ostseekueste Meer Kueste Landschaftsfoto Landschaftsbild Symboldbild Symbolfoto Symbolphoto symbolisch plakativ Urlaub Fer
Was ist mit meinem Geld, wenn die Urlaubpläne wegen Corona im Sand versiegen?
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Die Sorge ums angezahlte Geld wird wohl einer der Gründe sein, weswegen Kunden derzeit vor einer Buchung zurückschrecken. Anders als 2020 kann im nächsten Jahr das Wissen um Covid19 bei Reisenden vorausgesetzt werden, eine ausgesprochene Reisewarnung wird aber weiterhin Grund für eine kostenfreie Stornierung bei Pauschalreisen bleiben. Aber auch ohne Warnung kann der Urlaub mit Risiken verbunden sein und dennoch einiges gegen den Reiseantritt sprechen. Benkös Tipp: "Ganz wichtig, nicht nur auf den Preis achten. Auch schauen, welche Bedingungen gehe ich dort ein, und wie komme ich eventuell aus dem Vertrag wieder raus, wenn sich die Lage am Urlaubsort ändert."

Flexible Angebote von Reiseveranstaltern

"Es ist natürlich immer noch dieses Fragezeichen dabei: Wird dieser Urlaub möglich sein? Deswegen ist es wichtig, diese kostenfreie Stornierungsoption mit inklusive zu haben, dass man die Hintertür offen hat, einige Wochen vorher noch die Reißleine zu ziehen, wenn es doch anders kommt", erklärt Ralf Benkö. Einzelne Reiseveranstalter zeigen sich sehr flexibel und passen sich den Unsicherheiten durch das Virus an. So gibt es einen Tarif, bei dem Kunden erst sechs Tage vor Abreise zahlen müssen. Erst dann also, wenn wirklich klar ist, ob sie stattfinden kann oder nicht. "Es gibt auch einige Veranstalter, die ihre kostenfreien Stornierungsoptionen nur bis Ende des Jahres definiert haben, wo es im Januar vielleicht neue Regelungen gibt", erklärt der RTL-Reiseexperte. Jeder Reiseveranstalter hat diesbezüglich also individuelle Regelungen. Deswegen: Gut vergleichen und, ganz wichtig, sich im Reisebüro beraten lassen.

Haben Urlaubnehmer mittlerweile ihre Anzahlungen für den geplatzten Urlaub zurück?

FILE - In this Sept. 12, 2018 file photo, a Ryanair plane parks at the airport in Weeze, Germany. Boeing's troubled 737 Max jet is getting a vote of confidence from Ireland's Ryanair, one of Europe's biggest budget airlines.  Ryanair announced Thursd
Die meisten Airlines verweigern erstmal die Forderungen der Kunden, die Kosten der stornierten Tickets zu erstatten.
© AP, Martin Meissner, mm

"Ausbleibende Rückzahlungen der Reisegelder – das ist eines der Hauptprobleme der Urlaubnehmer dieses Jahr gewesen. Das hat sich zum Jahresende ein bisschen gebessert, aber es gibt einen Unterschied, ob ich einen Flug oder eine Pauschalreise gebucht habe", erzählt Ralf Benkö.


Laut MyRight, einem Erstattungsportal für Pauschalreisen, warten noch 30% der Kunden von Reiseveranstaltern auf die Rückzahlung der Kosten des stornierten Urlaubs. Die Erstattung von Ticketkosten durch Airlines scheint aber noch schleppender zu verlaufen: EUflight, das Kunden von Airlines unterstützt, erklärt, dass bisher in nur etwa 23% der Fälle eine Erstattung freiwillig erfolgt wäre. Meist lehnen Airlines die Forderungen der Kunden ab, ignorieren sie oder zögern Zahlungen heraus. Sowohl bei Flügen als auch bei Pauschalreisen sei es meist erst zur Erstattung gekommen, wenn der Fall vor Gericht landete. Ein Grund mehr, beim Abschluss eines Reisevertrags auf kostenlose Stornierungen zu achten.