Ja, das geht!

Trick: So viel Geld sparen Sie mit teurer Kleidung

Geld sparen beim Shoppen: Ein Traum?
© Getty Images, andresr

24. September 2020 - 18:04 Uhr

Mehr Geld ausgeben und dabei sparen - wie soll das funktionieren?

Wer kennt das nicht: Vor einigen Monaten wurde ein neues T-Shirt gekauft, das nach ein paar Waschgängen schon ausgeleiert und verblasst aussieht. Also muss ein neues Teil her – und die Hose im Sale wird auch gleich mitgenommen. So funktioniert das System der "Fast Fashion", der Essenz der schnelllebigen Modeindustrie. Doch wussten Sie, dass in Ihrem Kleiderschrank ganz schöne Summen schlummern? Und dass teure Kleidung auf Dauer beim Sparen hilft? Wir zeigen, wann es sich lohnt.

Diese Summe ruht jährlich in Ihrem Schrank

Jeder Deutsche kauft im Jahr durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke. Zwar geben über 50 Prozent an, die Stücke zwischen einem und drei Jahren zu tragen – doch die Studien offenbaren: jedes Jahr hängt Kleidung im Wert von 240 Euro ungenutzt im Schrank. 

Eine Untersuchung von Greenpeace zeigt, dass fast jedes fünfte Kleidungsstück weniger als zwei Mal angezogen wird. Danach verkommen sie als Schrankleiche oder werden einfach weggeworfen. Ein Kleidungsstück kostet bei Fast-Fashion-Ketten durchschnittlich 20 Euro. Bei 60 neuen Kleidungsstücken im Jahr sind das zwölf Teile – und vergeudete 240 Euro.

Langlebige Mode: Mehr ausgeben und dabei sparen

Laut Greenpeace tragen rund 50 Prozent der Menschen den größten Teil ihrer Kleidung ein bis drei Jahre – nach eigenen Angaben. Auch wenn das in der Realität oft anders aussieht, versteckt sich hier eine Option, ordentlich zu sparen: Langlebige Mode.

Über neun von zehn Menschen entsorgen Ihre Kleidung, weil sie kaputt oder ausgewaschen ist. Das passiert bei Fast Fashion sehr schnell: fast ein Viertel der Kleidung ist nach drei Waschgängen schon mangelhaft. So schnell, wie die Teile produziert und gekauft werden, gehen sie also auch wieder kaputt. Das zeigt eine Analyse des Kompetenzzentrums Verbraucherforschung aus Nordrhein-Westfalen.

Wer jedes Jahr 60 neue Klamotten kauft, gibt dafür in drei Jahren rund 3.600 Euro aus. Angenommen, Sie kaufen statt der unbenutzten Kleidungsstücke zwölf langlebige Teile, die Sie wirklich anziehen: Dann sparen Sie in drei Jahren weitere 276 Euro. 

Unsere Rechnung dazu:

  • Ausschließlich Fast Fashion: 3 Jahre x 60 Fast-Fashion-Teile x 20 Euro = 3.600 Euro
  • Mit Slow-Fashion-Anteil: 3 Jahre x 48 Fast-Fashion-Teile x 20 Euro + 12 langlebige Kleidungsstücke x 37 Euro = 3.324 Euro
  • Die Differenz: 276 Euro

Langlebige Kleidung zeichnet sich dadurch aus, dass sie nachhaltig und hochwertiger verarbeitet wird: Die Nähte und Knöpfe reißen nicht so schnell ab, die Farbe wäscht sich nicht so schnell aus. Fühlen Sie Stoffe und Nähte ganz bewusst mit Ihren Händen, um die Qualität der Materialien besser einschätzen zu können.

Clever kaufen: Hier lohnt sich Slow Fashion!

Slow-Fashion langlebige Mode
Bei Basics und cleverer Wende-Kleidung lohnt es sich, mehr auszugeben.
© Boden, Peter Hahn

Bei Kleidungsstücken, die nur einen saisonalen Trend verkörpern, ist es verständlich, nicht zu den teuersten Exemplaren greifen zu wollen. Doch vor allem bei zeitlosen Kleidungsstücken lohnt es sich, hochwertige Teile zu wählen. Basic-Shirts oder eine blaue Jeans* 🛒, die sich vielseitig kombinieren und jedes Jahr wieder tragen lassen, müssen nicht ständig neu gekauft werden!

  • Wir finden beispielsweise diese Basic-Jeans von Boden* 🛒 mit geradem Bein passend. Das Modell ist in mehreren Farben erhältlich, enthält etwas Elasthan und kommt mit einem hohem Baumwollanteil daher.

Besonders clever für verschlankte Kleiderschränke: Wende-Stücke. Wende-Pullover oder -Jacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch auf links getragen werden können. Meistens gehen damit zwei verschiedene Designs einher – so zaubern Sie zwei Looks mit nur einem Teil.

  • Ein schönes Teil ist diese Wende-Strickjacke von Peter Hahn* 🛒: Sie ist aus nachhaltigem Material und durch das zeitlose Design in schwarz-weiß mehrere Jahre zu tragen – doppelt praktisch also!

Daran erkennen Sie langlebige Mode

Fair Fashion Siegel
Diese Siegel weisen auf eine nachhaltige und faire Produktion hin.
© GOTS, IVN, Fairtrade

Bei Mode gilt: teuer ist nicht gleich langlebig oder gar nachhaltig. Aber: Nachhaltigkeit bedeutet meist auch Langlebigkeit. Denn das Ziel dieser Kleidung ist nicht nur die umweltfreundliche Herstellung, sondern auch der bewusstere Konsum von Textilwaren – und damit, dass Kleidung hochwertig ist und lange hält.

Diese Dinge geben einen Hinweis auf die Qualität Ihrer Kleidung:

  • Siegel: Nachhaltig oder fair produzierte Kleidung ist mit einem Siegel auf dem Etikett versehen. Das können zum Beispiel sein: GOTS, IVN Best, Fairtrade, bluedesign. Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Greenpeace-Check.
  • Material: Das Material gibt Aufschluss über die Nachhaltigkeit. Achten Sie beispielsweise auf Bio-Stoffe oder tierische Materialien (Wolle, Leder – mit diesen ist oft Tierleid verbunden).
  • Produktionsort: Der Produktionsort sagt nur indirekt etwas über die Herstellung aus. Denn auch in China oder Indien setzen Firmen auf faire Produktion. Nichtsdestotrotz lässt sich Kleidung auch aus nationaler oder EU-Herstellung kaufen, mit der bessere Arbeitsbedingungen einhergehen.
  • Verarbeitung: Wenn Sie ein Produkt im Geschäft kaufen, achten Sie auf die Verarbeitung! Sind zum Beispiel einige Nähte nicht richtig verwebt, kann das Kleidungsstück schnell kaputt gehen.

Eine kleine Auswahl an Shops, die langlebige Mode versprechen:

Dort finden Sie Auswahl an Oberteilen, Hosen und Jacken für Frauen und Männer.

Capsule Wardrobe: Weniger ist manchmal mehr

Und wir haben noch einen weiteren Tipp, um Geld und Ressourcen zu sparen: Das Prinzip der Capsule-Wardrobe – der minimalistischen Garderobe. Dabei geht es darum, mit möglichst wenigen Stücken möglichst viele Styles zu schaffen.

Ziel ist es, einen Kleiderschrank voller Teile zu haben, die sich ohne Probleme untereinander kombinieren lassen und zu Outfits für jeden Anlass zusammengestellt werden können. Am Ende bleiben ca. 40 Kleidungsstücke im Schrank.

Verändertes Shopping-Verhalten: Capsule Wardrobe heißt auch, seltener und vor allem bewusster shoppen zu gehen. Überflüssige Impulsiv-Käufe gehören der Vergangenheit an und die Investition in nachhaltige, hochwertige Produkte* 🛒 lohnt sich. Kaufen Sie nur Teile, die Ihnen tatsächlich gut gefallen und gut mit der restlichen Garderobe kombinierbar sind.

Diese Pflege-Tipps sollten Sie kennen

Wäsche hängt auf der Leine
Wäsche lassen Sie am besten draußen trocknen - das schont die Fasern und spart Energie.
© picture alliance / Bildagentur-o

Laut der Greenpeace-Studie entsorgen 92 Prozent der Befragten Ihre Kleidung, weil sie durch Flecken, ausgewaschene Farbe oder Löcher nicht mehr schön zu tragen ist. Dagegen hilft die richtige Pflege der Kleidungsstücke – so halten Ihre Liebingsteile um einiges länger.

Wir haben ein paar Artikel zusammengestellt, die über Tipps und Tricks beim Waschen informieren:

Fast und Slow Fashion: Kleines Glossar

Was bedeutet Fast Fashion?

Fast Fashion ist der Begriff, mit dem der für uns mittlerweile herkömmliche Handel mit Textilwaren bezeichnet wird. Mehrmals im Jahr wird das Sortiment geändert und neue Trends verkündet. Das sorgt nachweislich dafür, dass die Konsumenten mehr Kleidung kaufen, wovon vor allem die großen Textilunternehmen profitieren. Zudem soll die Produktion der Kleidungsstücke möglichst schnell und günstig erfolgen. Es ist offensichtlich, dass das auf Dauer Schäden für die Umwelt als auch für die Menschen, die in der Textilbranche als Arbeiter tätig sind, mit sich bringt.

Wofür steht Slow Fashion?

Die sogenannte Slow Fashion (auch "Fair Fashion") versucht, dagegen anzukämpfen. Mit dem Begriff verbunden sind:

  • Langlebige Kleidung (durch zum Beispiel gründlichere Verarbeitung der Stoffe)
  • Mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz (zum Beispiel Verzicht auf schädliche Färbungs-Chemikalien)
  • Bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeiter der Textilbranche

Aus diesen Gründen liegen Slow-Fashion-Kleidungsstücke im Preis meist etwas höher. Entsprechende Marken und Hersteller sind mit Siegeln ausgezeichnet, die die Nachhaltigkeit und die faire Produktion belegen.

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