13. November 2018 - 17:46 Uhr

Behandlung der Tollwut erfolgte nicht rechtzeitig

Ein britischer Tourist ist gestorben, nachdem ihn in Marokko eine streunende Katze gebissen hatte. Offenbar ereignete sich der Vorfall bereits vor mehreren Wochen - doch der Mann wurde nicht schnell genug behandelt, um die tödliche Krankheit aufzuhalten. Gesundheitsbehörden ermahnen nun vor allem Reisende mit dem Ziel Afrika und Asien, sich unbedingt an die Impfempfehlungen zu halten.

Übertragung durch Viren in Tierspeichel

Genaueres zum Tod des Briten gab die Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) nicht an, doch offenbar wurde der Ernst der Lage zu spät erkannt. "Der Mann verhielt sich nach dem Katzenbiss anscheinend auffällig, aber bekam leider keine Impfung, bis es zu spät war", erklärte Jimmy Whitworth, Professor für Internationales Gesundheitswesen in London der Nachrichtenagentur Press Association.

Tollwut wird von Tieren wie etwa Katzen oder Hunden auf den Menschen übertragen. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst, die sich im Speichel der Tiere befinden - etwa über Kontakt mit den Schleimhäuten oder einen Biss. Die Erreger gelangen dann ins Bindegewebe und in die Muskelzellen an der Wunde, vermehren sich dort und wandern anschließend über die Nervenzellen bis ins Gehirn und ins Herz.

Zwischen Ansteckung und Ausbruch können Monate liegen

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Symptome beträgt zwischen 30 und 90 Tage, laut Whitworth kann es aber auch nur eine Woche sein. "Deshalb ist eine schnelle Impfung so wichtig", betont er. Denn wird die betroffene Person schnellstmöglich nachträglich geimpft, kann der Ausbruch von Tollwut meist verhindert werden.

Tollwut verläuft ohne Behandlung tödlich

Kann sich die Krankheit ungehindert im Körper ausbreiten, kommt es zunächst zu ersten Anzeichen wie Fieber, Übelkeit und Kopfschmerzen. Typische Tollwut-Anzeichen sind auch Ängstlichkeit, vermehrter Speichelfluss und Muskelkrämpfe. Die Krankheit verläuft unbehandelt immer tödlich: Die Patienten fallen zunächst ins Koma und sterben innerhalb weniger Tage an Herz- und Lungenversagen.

Dr. Mary Ramsay vom PHE erklärt: "Der aktuelle Fall ist ein wichtiges Signal für Menschen, die in Länder reisen, in denen Tollwut präsent ist. Wenn Sie von einem Tier gebissen, gekratzt oder abgeleckt wurden, waschen Sie die Stelle gründlich mit Seife ab und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe."