Tödliche Giftköder in Frankfurter Park

Familie di Meo muss ohne Labrador Lucy leben - weil ein Tierhasser es auf Hunde abgesehen hat

Familie di Meo muss ohne Labrador Lucy leben Weil ein Tierhasser es auf Hunde abgesehen hat
02:25 min
Weil ein Tierhasser es auf Hunde abgesehen hat
Familie di Meo muss ohne Labrador Lucy leben

30 weitere Videos

Diese Hundeköder waren nicht nur schädlich, sie waren tödlich! Auch Lucy, der anderthalbjährige Labrador der Familie di Meo, wollte eigentlich wie jeden Morgen auf der Frankfurter Wiese herumtollen – doch nur wenige Stunden nach ihrem Spaziergang ist Lucy tot. Ihre Familie ist fassungslos. Wie groß die Trauer ist und welche Spuren es auf den feigen und perfiden Täter gibt – im Video!

Labrador Lucy und Hundefreund Deigo tappen in die tödliche Falle

Freitagmorgen, 6:15 Uhr: Wie jeden Tag trifft Emanuele di Meo sich mit seinem Nachbarn zum Gassigehen mit den Hunden. Deigo und Lucy verrichten ihr Geschäft auf der Wiese – dann entscheiden sich die Männer, heute mal für den Gang zur Hundewiese rechts lang. Eine Entscheidung mit schlimmen Folgen, denn die beiden Hunde tollen auf derWiese herum, auf der ein Tierhasser zuvor seine präparierten Hundeköder platziert hat. Und beide Hunde tappen in die tödliche Falle.

„Nach einer knappen Stunde sind wir dann nach Hause und schon hier vor der Haustür haben wir gemerkt: Irgendwas ist da faul“, beschreibt Emanuele di Meo seinen schicksalhaften Spaziergang mit Lucy im RTL-Interview.

Ein Foto aus glücklichen Tagen: Labradorhündin Lucy mit der kleinen Tochter der Familie di Meo.
Ein Foto aus glücklichen Tagen: Labradorhündin Lucy mit der kleinen Tochter der Familie di Meo. Für sie ist der Verlust ganz besonders schlimm.
RTL

"Papa, irgendwas stimmt nicht mit Lucys Augen"

Labrador-Dame Lucy, die eigentlich immer hungrig ist, will nichts mehr essen, „nur trinken, trinken, trinken“, so ihr Herrchen. Auch seine Kinder merken das veränderte Verhalten ihres Lieblings: „Papa, irgendwas stimmt nicht mit Lucys Augen. Sie ist so wild.“ Als die Hündin dann weißen Schaum spukt und auch der Nachbar ihm am Telefon das gleiche Verhalten von seinem Hund Deigo schildert, ist der Familienvater mehr als alarmiert. Die Männer und die Hunde fahren sofort gemeinsam in die Tierklinik.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Tierklinik überfüllt von Giftköder-Opfern

„Wir waren nicht die einzigen, es waren schon ein paar da“, erinnert sich Emanuele de Meo an das Eintreffen in der Klinik. Ängstliche Hundebesitzer, kranke Hunde, hektische Ärzte. Lucys Herrchen mitten in diesem Szenario: „Ich war fassungslos. Es kam ein Auto nach dem anderen.“ Die Fragen beantworten alle Hundebesitzer gleich: Riedberg? Ja. Hundewiese? Ja. „Oh Gott, was ist denn da passiert?“, fragt sich der Frankfurter Familienvater.

Für den Hund seines Nachbars können die Ärzte nichts mehr tun, Deigo stirbt kurz nach dem Eintreffen in der Klinik. Weitere Hunde ebenfalls, mindestens sieben sind inzwischen an den Folgen des Gifts gestorben. „Gehen Sie nach Hause, Sie werden angerufen“, heißt es zunächst für di Meo und seine Familie. Und: 24 Stunden lang hoffen für ihr Familienmitglied Lucy. Der Hund wird in ein künstliches Koma versetzt – doch sie schafft es nicht. Laut den Ärzten hat sie das Gift im Köder innerlich zersetzt.

Kerzen und Fotos erinnern auf der Hundewiese auf dem Frankfurter Riedberg an die vielen Opfer des Tierhassers.
Kerzen und Fotos erinnern auf der Hundewiese auf dem Frankfurter Riedberg an die vielen Opfer des Tierhassers.
RTL

Tierhasser muss alles im Detail geplant haben

„Ganz, ganz schlimm“ ist diese Nachricht für Familie di Meo. Die treue Lucy ist tot, Freunde und Nachbar sind schockiert. „Jeder hat Lucy gern gehabt“, bestätigt Mutter Linda di Meo. Vor allem die Kinder und die Freunde der Kinder trifft der Verlust des Hundes mehr als hart: „Sie war immer dabei, auf dem Spielplatz, Tennisplatz, vor der Schule...“ Nun kann niemand mehr mit Lucy spielen. Und das macht auch Linda di Meo unendlich traurig: „Man hat uns unseren Hund genommen. Ich bin fassungslos über die Art und Weise, wie hier einfach wehrlose Tiere getötet wurden.“

Der Täter muss es über längere Zeit geplant haben, die große Menge des Gifts in den Ködern und die frühe Auslage dieser zur Gassigehzeit lässt diese unfassbare und tierverachtende Handlung vermuten. Die Polizei ermittelt weiter, die Tierrechtsorganisation Peta hat sogar 1.000 Euro als Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt.

Sie könnten noch immer herumliegen und Schaden anrichten. Ein Warnschild soll weitere Hunde vor den Giftködern schützen.
Sie könnten noch immer herumliegen und Schaden anrichten. Ein Warnschild soll weitere Hunde vor den tödlichen Giftködern schützen.
RTL

Die unbeschwerten Gassigänge sind Geschichte auf dem Frankfurter Riedberg

„Es braucht jetzt enorm viel Zeit für uns als Familie, dass wir zurück in die Normalität kommen.“ Zur Gedenkfeier für die verstorbenen Hunde aus der Nachbarschaft zwei Tage nach Lucys Tod schaffen die Mutter und die Kinder es emotional nicht. Zu groß ist die Trauer. Auch Lucys Sachen wegzuräumen ist der Familie so kurz nach dem Vorfall unmöglich. Es war das Größte für Lucy, das morgendliche Herumtollen mit den anderen Hunden auf der Wiese. Am Frankfurter Riedberg werden die Spaziergänge nun nie mehr so unbefangen sein wie vorher. (jri/gmö)