Es könnten noch viel mehr Tiere betroffen sein

Hundehasser unterwegs! Mindestens vier Hunde sterben nach feiger Gift-Attacke

Ein Golden Retriever kaut auf einem Stock - ein solcher Hund wurde in Frankfurt ebenfalls vergiftet (Symbolbild).
Ein Golden Retriever kaut auf einem Stock - ein solcher Hund wurde in Frankfurt ebenfalls vergiftet (Symbolbild).
picture alliance

Blacky durfte nur elf Monate alt werden. Sein Bellen ist nun für immer verstummt. Denn der Hund hatte einen Giftköder gefressen, der in einem Frankfurter Park offensichtlich bewusst ausgelegt worden war. Und er blieb an diesem Tag nicht der einzige: Mindestens vier Hunde starben laut Polizeiangaben. Bislang sind insgesamt elf Hunde bekannt, die vergiftet wurden.

Hündin Lucy entwickelt plötzlich unstillbaren Durst

Rüde Blacky war einer von ihnen. Seine Besitzerin, Martina Peukert steht immer noch unter Schock. „Es war total grausam“, erzählt sie der „Frankfurter Rundschau“. Ihr Ex-Mann sei mit dem Hund im Park unterwegs gewesen, als dieser unter einer Bank plötzlich angefangen habe, zu krampfen. Der Mann reagierte sofort und brachte den Hund in eine Tierklinik. Wie schlimm es um das Tier stand, ahnte niemand: „Ich dachte, dass ihm der Magen ausgepumpt wird und dann wird alles wieder gut“, sagt Peukert. Doch nichts hilft. Wenig später ist Blacky tot.

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Auch Buddy (4) stirbt an der Vergiftung, berichtet die „Bild“. Besitzer Marc B. musste den Schrecken mit ansehen: „Als wir zuhause waren, fing er an, überall herumzurennen. Wenig später war er tot.“ Jetzt ist es still in seiner Straße. Ebenso erging es Emanuele Di Meo. Er hat seine Labrador-Hündin Lucy (1) verloren. Die Hündin habe plötzlich riesigen Durst entwickelt. Da der Nachbarshund ähnliche Symptome zeigte, sei er sofort mit Lucy in die Tierklinik gefahren. Dort habe er dem Hund dem Personal übergeben. „Es war das letzte Mal, dass wir unseren Hund lebend gesehen haben“, erzählt Di Meo. Denn auch Lucy überlebte nicht.

Auch sie starb an den Folgen des Giftköders: Die Labrador-Hündin Lucy der Familie Di Meo war erst ein Jahr alt.
Auch sie starb an den Folgen des Giftköders: Die Labrador-Hündin Lucy der Familie Di Meo war erst ein Jahr alt.
privat

Gift soll auch auf Bänke geschmiert worden sein

Vermutlich wurde das Gift in präparierten Ködern ausgelegt. Und diese lagen wohl nicht nur auf dem Boden. Martina Peukert will Spuren an Bänken gesehen haben – das hätte auch für Kinder gefährlich werden könne, mutmaßt sie.

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Die nicht alle Hunde in die Tierklinik gebracht wurden, ist noch nicht klar, wie viele Tiere tatsächlich verstorben sind. Die Ortsvorsteherin des Ortsbeirates 12 (Kalbach – Riedberg), wo sich die Giftattacke zugetragen hat, Ulrike Neißner von den Grünen will von zehn bis zwölf toten Hunden gehört haben. „Es ist einfach unfassbar, was da passiert ist“, sagt sie. Außerdem sei es zu noch einem weiteren seltsamen Vorfall gekommen: Ein Teil des Bonifatiusparks sei als Hundefreifläche ausgewiesen, erklärt sie. Doch vor einer Woche habe jemand die Schilder versetzt – ohne, dass dies mit dem Ortsbeirat abgesprochen gewesen war. Dabei sollte dieser Teil der Wiese just nicht als Hundefreifläche dienen.

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Speziallabor untersucht Hunde und Köder

Welches Gift genau hinter dem feigen Anschlag steckt, ist noch nicht klare. An Spekulationen, es könne sich um Heroin, Amphetamine oder ein Gemisch aus beidem handeln, beteiligen sich weder die Polizei noch die Tierklinik. Die Befunde aus dem Speziallabor wird es erst in den nächsten Tagen geben, sagt etwa die Tierklinik. Dass es sich tatsächlich um Heroin handelt, hält die Polizei zurzeit für unwahrscheinlich.

1000 Euro für Hinweise auf Täter - Peta will Grausamkeit stoppen!

Die Polizei sucht unter der Telefonnummer 069-7550 weiter nach Zeugen, die Informationen zu der Tat geben können. Um die Hintergründe aufzuklären, hat die Tierschutzorganisation Peta zusätzlich eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die den Täter überführen. „Die Person, die die präparierten Köder ausgelegt und den grausamen Tod so vieler Vierbeiner zu verantworten hat, muss gefunden und gestoppt werden, bevor weitere Vierbeiner getötet oder in Lebensgefahr gebracht werden“, erklärte Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. Hinweise nimmt die Polizei oder die Tierrechtsorganisation selbst telefonsich (0711-8605910) oder per Email (whistleblower@peta.de) entgegen.

Laut Peta sollen bereits zwölf Hunde gestorben und etwa 20 weitere schwer vergiftet worden sein. (eon/gmö/dpa)