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Tierpark Nordhorn: "Aufessen für den Artenerhalt" - wem das Konzept schmeckt

Was hinter dem Konzept im Tierpark Nordhorn steckt

Aufessen für den Artenerhalt

Bentheimer Schweine sind zum Züchten und Essen da Artenschutz
00:54 min
Artenschutz
Bentheimer Schweine sind zum Züchten und Essen da

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"Beim Schwein geht die Liebe zum Tier durch den Magen"

Fleischessen und dabei den Erhalt der Tiere unterstützen - der Tierpark in Nordhorn macht’s möglich! Wer das „Bunte Bentheimer Schwein“ schützen möchte, der macht das am besten auf dem Teller. Klingt skurril, aber Tierparkleiter Dr. Nils Kramer ist sich sicher: „Beim Schwein geht die Liebe zum Tier durch den Magen.“

Dem Tier einen Nutzen geben - als Lebensmittel

Das Motto ist: „Erhalten durch aufessen“. Ein bisschen widersprüchlich - aber genau so soll es sein. „Natürlich bedarf es etwas Erklärungsbedarf auf den ersten Blick“, weiß der Tierparkleiter. Schwein Louise und ihre Freunde sind Nutztiere. Ihr Nutzen: Gegessen werden. Doch das Fleisch der Bunten Bentheimer Schweine ist aus der Mode geraten. Das Ziel des Tierparks ist es deshalb den Menschen das Fleisch schmackhaft zu machen und so Louise & Co. ihren Nutzen zurückzugeben. Denn wenn das Bunte Bentheimer Schwein fleißig auf dem Teller landet, wird es auch weiter gezüchtet. Seit 2003 trägt der Tierpark Nordhorn mit dem „Verein zur Erhaltung der Bunten Bentheimer Schweine e.V.“ dazu bei.

Vom Streicheltier zur Currywurst

Bunte Bentheimer Schweine als Wurst.
Im Tierpark Nordhorn gibt es Qualitätsfleisch von bedrohten Arten.
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Acht bis neun Monate umsorgt der Tierpark die Schweine, dann geht es zum Schlachter. „Sie kommen dann eben als Wurstprodukte wieder zurück hier in den Tierpark und gehen hier in den Verkauf und erfreuen die Besucher auf anderem Wege. Nämlich über die Currywurst oder über die Bioknacker“, weiß Tierparkleiter Kramer. Für herkömmliche Mastschweine geht es bereits nach fünf Monaten zum Schlachter. Die Haltung des Bunten Bentheimer Schweins kommt daher für viele Mastbetriebe nicht infrage. „Die Zeit nehmen wir uns für die Qualität“ ist der Tierparkleiter überzeugt. Auch die Rinder und Schafe des Tierparks landen auf dem Teller.

"Wurst Drive In"

Ein Probeladen zu Coronazeiten.
Das Fleisch wird bis Ende des Jahres direkt vorm Tierpark verkauft.
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Nicht nur im sondern auch vor dem Tierpark stehen die Leckereien zum Verkauf. Der sogenannte „Wurst Drive In“- eine Holzbude gefüllt mit Bioknackern, Mettwürsten, eingemachtem Gulasch und anderen regionalen Produkten steht nicht nur den Tierparkbesuchern offen. Eine regionale Portion Artenschutz, die durch den Magen geht. Der Drive In war allerdings nur eine vorläufge Idee zu Coronazeiten. Ende des Jahres soll er erst einmal geschlossen werden und dann wird nur noch im Tierpark-Shop verkauft. Da das Angebot aber gut ankommt, könnte es sein, dass auch 2022 der Wurstladen vor den Toren des Parks wieder geöffnet wird. (ssp/ekl)