Einreisesperre von drei Jahren droht

Hier verlässt Djokovic Australien

16. Januar 2022 - 19:07 Uhr

Mit Blick aufs Handy geht Novak Djokovic seine vorerst letzten Schritte auf australischem Boden. Der Tennis-Superstar wurde am Sonntag von einem australischen Gericht ausgewiesen. Um 22.30 Uhr (Ortszeit) hebt sein Flieger Richtung Dubai ab. Einwanderungsminister Alex Hawke bestätigt seine Ausreise. Die Australian Open sind für ihn schon vorbei, bevor sie überhaupt begonnen haben.

Einreisesperre von drei Jahren droht

Djokovic auf dem Weg zum Flieger
Djokovic (v.) auf dem Weg zum Flieger
© Reuters

Das vernichtende Verdikt der Richter war kaum ausgesprochen, da packte Novak Djokovic schon voller Enttäuschung die Taschen - den Ort seiner schmerzvollsten Niederlage wollte er so schnell wie möglich verlassen. Um 22.52 Uhr, bereits gut fünf Stunden nach dem abgewiesenen Einspruch gegen die erneute Annullierung seines Visums, kehrte der ungeimpfte Tennisstar Melbourne am Sonntagabend mit Flug EK409 nach Dubai den Rücken. Das tagelange Hickhack lässt viele Verlierer zurück

Den K.o. schon vor dem ersten Ballwechsel der Australian Open trug der Titelverteidiger zumindest nach außen mit Fassung. "Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung", schrieb Djokovic zwar umgehend in einem Statement, er werde diese aber "respektieren", und er gab sich endgültig geschlagen. Ob der 34-Jährige überhaupt wieder in Melbourne aufschlagen wird, ist fraglich: Bei entzogenem Visum droht in Australien eine Einreisesperre von drei Jahren.

Serbiens Präsident spricht von "Hexenjagd"

Djokovics Landsleute in der Heimat schäumten derweil vor Wut. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sprach erneut von einer "Hexenjagd" gegen den Volkshelden und warf den Anwälten der australischen Regierung in einem "sinnlosen Gerichtsverfahren" Lügen vor.

Der serbische Tennisverband war der Meinung, "Politik hat den Sport besiegt". Das Online-Portal "kurir.rs" sprach sogar von der "größten Schande in der Geschichte des Sports". Der australische Premierminister Scott Morrison begrüßte hingegen "die Entscheidung, unsere Grenzen stark zu halten und die Sicherheit der Australier zu gewährleisten".

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Djokovic: "Es ist mir unangenehm"

Vorausgegangen war eine andauernde Auseinandersetzung von Djokovic mit den Behörden seit seiner Ankunft in Melbourne am 5. Januar. Der 20-malige Grand-Slam-Sieger war ungeimpft und mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung eingereist und wollte sich mit einem Triumph bei den Australian Open ab Montag zum alleinigen Major-Rekordsieger krönen.

Lese-Tipp: Die Chronologie der Djokovic-Eskalation

Einstimmig hatten die drei Bundesrichter am Sonntag im juristischen Showdown mit der australischen Regierung gegen Djokovic entschieden und dem Weltranglistenersten die letzte Hoffnung auf einen Start bei den Australian Open genommen. "Es ist mir unangenehm, dass der Fokus in den vergangenen Wochen auf mir lag", schrieb Djokovic: "Ich hoffe, dass wir uns nun alle wieder auf das Spiel konzentrieren können und auf das Turnier, das ich liebe." (cni/sid)