Amazon macht Apple und Sonos Dampf

Technik-Check: Echo Studio ist der Preis-Leistungs-Champ unter den Lautsprechern

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14. November 2019 - 8:31 Uhr

Kleines Klangwunder fürs Wohnzimmer

Mittlerweile hat Amazon schon eine ganze Reihe von WLAN-Lautsprechern im Angebot, doch bisher hat ein Gerät gefehlt, bei dem die Musik auf ähnlich hohem Niveau wie beim Apple Homepod oder dem Sonos One spielt. Das ändert sich jetzt mit dem neuen Echo Studio*. N-TV-Technik-Experte Klaus Wedekind hat das Gerät ausprobiert - und es als ein kleines Klangwunder mit herausragendem Preis-Leistungs-Verhältnis eingestuft.

Echo Studio ist vielseitiger als die Konkurrenz

Mit dem 200 Euro günstigen Echo Studio verkauft Amazon den Preis-Leistungs-Star unter den WLAN-Lautsprechern. Er nimmt es locker mit den besten Geräten seiner Größenklasse auf und vielseitiger ist keiner seiner Konkurrenten.

Amazon hat in dem Zylinder-Gehäuse des Echo Studio einiges untergebracht: drei 51-Millimeter- Mitteltöner, einen 25-Millimeter-Hochtöner und einen 133-Millimeter-Tieftöner. Versorgt und geregelt werden die Lautsprecher von einem Analog-Digital-Wandler mit 24-Bit-Auflösung und einem Verstärker mit 100 Kilohertz (kHz) Bandbreite. Damit kann der Lautsprecher auch hochauflösendes Material wiedergeben.

Außerdem ist der Echo Studio durch die Anordnung der einzelnen Lautsprecher sowie die Unterstützung von Dolby Atmos und Sony 360 Reality Audio in der Lage, einen räumlichen Klang zu erzeugen, was Amazon zusammenfassend 3D-Music nennt. Und natürlich ist auch beim neuen Echo-Flaggschiff Amazons digitaler Sprach-Assistent Alexa an Bord.

Wenn Alexa aktiv ist, leuchtet der LED-Ring blau - sie lässt sich aber auch deaktivieren

Bevor man ausprobieren kann, ob der Studio hält, was seine Werte versprechen, muss man ihn erstmal einrichten. Das geht wie bei allen anderen Echo-Lautsprechern über die zugehörige App kinderleicht, man muss nur den einfachen Anweisungen folgen. Nach wenigen Minuten leuchtet der LED-Ring auf der Oberseite blau-grün und man kann loslegen. Dazu kann man mit Alexa sprechen, muss man aber nicht. Wenn man möchte, kann man den Echo Studio wie jeden anderen WLAN-Lautsprecher verwenden, also über App und Smartphone steuern, Amazon Music, Spotify, Apple Music, Deezer oder Tune-in streamen. Außerdem kann man Geräte über Bluetooth verbinden.

Nutzt man die Sprachsteuerung, ist es erstaunlich, wie gut die Fernfeldmikrofone des Lautsprechers funktionieren. Auch auf größere Distanzen und bei relativ hoher Lautstärke werden noch normal gesprochene Kommandos verstanden. Wenn Alexa aktiv ist, leuchtet der LED-Ring blau. Deaktiviert man die Sprachsteuerung über die Stummschalt-Taste, glüht der Ring dauerhaft feuerrot.

Wer die Vorteile von digitalen Assistenten und Heim-Automation zu schätzen weiß, erhält mit dem Echo-Studio nicht nur einen smarten Lautsprecher, sondern auch eine Zigbee-Zentrale, über die kompatible Geräte gesteuert werden können.

Das alles ist schön und gut, aber das Wichtigste bei einem Lautsprecher ist letztendlich der Klang. Um auszuprobieren, was der Echo Studio kann, wurde er mit Streaming-Material in der üblichen Qualität, Songs mit höheren Bitraten sowie hochauflösenden Formaten und 3D-Music gefüttert. Außerdem wurde der Lautsprecher über seinen rückseitigen Klinkenanschluss mit einem Mischpult und zwei Plattenspielern verbunden.

Und der Klang? Echo Studio liefert kräftige Bässe und glasklare Höhen

Beim Test stellte sich heraus, dass der Echo Studio* zum Glück nicht so wählerisch ist, dass er nur mit HD-Musik richtig gut klingt. Seine grundsätzlichen Vorzüge hört man auch, wenn man eine Spotify-Liste abspielt. Er liefert tatsächlich sehr kräftige Bässe, die auch ganz schön weit nach unten reichen. Die Höhen sind glasklar und fügen dem Sound viele Details hinzu. Auch die ausgeprägten, definierten Mitten überzeugen, obwohl sie manchmal zwischen Bässen und Höhen etwas unterrepräsentiert wirken. Das ist allerdings Geschmackssache und kann über den Equalizer gut ausgeglichen werden.

Man sollte dem Studio aber etwas Zeit geben, bevor man regelnd einschreitet. Denn der Lautsprecher passt sich automatisch an die Umgebung an, wofür er ein paar Sekunden benötigt. Laut Amazon tut er dies kontinuierlich. N-TV.de hat aber den Eindruck, dass zumindest bei einem Standortwechsel ein Neustart für eine vollständige Anpassung nötig ist.

Stark ist, wie der Lautsprecher die Qualität über alle Lautstärken hinweg hält und wie groß der Raum ist, den er ausfüllt. Bei Musik, deren Feinheiten durch höhere Bitraten hervorgehoben werden können, verstärkt sich der gute Eindruck noch. So klingen beispielsweise Hi-Hats als würde das Schlagzeug vor einem stehen, man hört deutlich, wenn Finger leise über Gitarrenseiten streichen oder nimmt das Atmen von Sängern war. Insgesamt erhält die Musik ein größeres Volumen. Man registriert, dass mehr geboten wird, ohne genau sagen zu können, was es ist. Diese Unterschiede bei einem 200-Euro-Lautsprecher zu hören, ist schon beeindruckend.

Klarer Preis-Leistungs-Sieger

Echo Studio Lautsprecher von Amazon
3D-Music ist dank der verborgenen Technik im Innenraum des Echo Studio kein Problem
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Über einen Fire TV Cube oder einen Fire TV Stick 4K ist es auch möglich, den Echo Studio als TV-Lautsprecher einzusetzen. Auch hier ist der Klang klasse, aber die Funktion erscheint trotz Dolby-Atmos-Unterstützung nur sinnvoll, wenn man zwei Studios als Stereo-Paar zusammenschließt. Einer alleine liefert zwar auch ein bisschen Stereo-Ton, wenn er zentral aufgestellt wird, aber für ein Kino-Erlebnis ist das zu wenig. Andererseits muss man erstmal eine Dolby-Atmos-Soundbar für 400 Euro finden, die so klingt wie zwei Echo Studios.

Verglichen mit anderen smarten Lautsprechern seiner Größe, bietet der Amazon Echo Studio nicht nur das klar beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Er klingt auch so gut oder sogar besser als die Konkurrenz. Ob der Echo Studio den Apple Homepod oder einen Sonos One hinter sich lässt, hängt sicher auch vom persönlichen Gehör oder Geschmack ab. Vielseitiger als Amazons neue Nummer 1 ist aber kein anderer WLAN-Lautsprecher.

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