Diesel knapp 50 Cent günstiger

Dänemark ist jetzt "Schnäppchen": Tanktouristen fahren über die Grenze

Tanken in Dänemark
Guido Matt aus Flensburg betankt seinen 100 Liter fassenden Geländewagen an einer dänischen Tankstelle. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur

Für manche passt es gerade, dass sie aus dem Homeoffice arbeiten, andere haben sogar schon morgens aufs Fahrrad gewechselt und wieder andere müssen weiterhin jeden Tag ins Auto steigen um zur Arbeit zu kommen. Ihnen tut der momentane Benzin- und Dieselpreis am meisten weh. Mittlerweile hat sich aus der Not sogar ein Tanktourismus nach Dänemark entwickelt. Kaum vorzustellen, da doch die Nachbarn eigentlich immer höhere Spritpreise als Deutschland hatten.

Lange Warteschlangen an den Zapfsäulen

Es sind lange Warteschlangen an den Tankstellen im deutsch-dänischen Grenzgebiet – auf dänischer Seite. „Hier ist es wesentlich günstiger“, erzählt der Flensburger Guido Matt der Deutschen Presse-Agentur. Er steht mit seinem Pick-up an einer Tankstelle wenige hundert Meter hinter dem Grenzübergang Kupfermühle/Kruså.

Matt ist extra zum Tanken nach Dänemark gekommen. „Ich bin somit Tanktourist.“ Knapp 50 Cent pro Liter spare er hier. „Mein Wagen braucht so 10,8 auf 100 (Kilometer). Da lohnt sich das schon.“ 100 Liter fasst der Tank seines Wagens. Bei der Menge mache das schon einen Unterschied, sagt er. Den Tipp nach Dänemark zum Tanken zu fahren, habe er von seiner Frau bekommen. Sie sei am Sonntag schon hier gewesen.

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Dieselpreis ist 64 Cent teurer geworden

Rund 14 Kronen kostet der Liter Diesel am Montagmittag an den Tankstellen in der Nähe des Grenzübergangs. Das sind umgerechnet etwa 1,88 Euro. Vor ein paar Wochen lagen die Preise in Deutschland auf ähnlichem Niveau. Damals habe sich die Fahrt ins Nachbarland noch nicht gelohnt. Mittlerweile liegen die Spritpreise in Deutschland wegen des Ukraine-Krieges aber auf Rekordniveau. Diesel hat sich seit Kriegsbeginn um gut 64 Cent verteuert, Super E10 um fast 45 Cent. An einer Tankstelle im Norden Flensburgs, wenige Kilometer von Kruså entfernt liegt der Dieselpreis am Montagmittag bei 2,299 Euro. Hier ist wenig los.

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An der Tankstelle hinter der Grenze in Kruså geben sich die Autofahrer die Zapfpistole quasi von Hand zu Hand. Zu sehen sind nur deutsche Kennzeichen. Ein ähnliches Bild bietet sich bei einer Station ein paar Kilometer weiter. Auch den Grenzübergang passieren zu dieser für Pendler eigentlich eher unüblichen Zeit am Mittag fast nur Wagen mit deutschen Nummernschildern. Auch in den Tagen zuvor bot sich ein ähnliches Bild. (dpa/agi)