Tag der Gewalt gegen Frauen - Hier finden Sie Hilfe!

Hiam Stülten dachte, ohne ihren Mann sei sie nichts wert

26. November 2021 - 10:01 Uhr

Alle 45 Minuten wird eine Frau Opfer von schwerer Gewalt in der Partnerschaft

Es sind erschreckende Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Jede vierte Frau in Deutschland erfährt physische oder sexualisierte Gewalt durch ihren aktuellen Partner oder den Ex-Partner. Doch das ist noch nicht alles: Auf das Jahr gerechnet wird in Deutschland fast täglich eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Allein 2020 starben so 139 Frauen. Und es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch wesentlich höher liegt.

Auch Hiam Stülten war 19 Jahre der Gewalt durch ihren Partner ausgesetzt. Zwang und Macht gehörten zu ihrem Alltag. Ihr Sohn war es schlussendlich, der sie vor sechs Jahren aus dieser Hölle befreite und sie animierte die Ehe zu beenden. Lange dachte Hiam Stülten, dass sie ohne ihren Mann nichts wert sei. Heute weiß sie das besser. Warum sie die Qualen so lange ertragen hat, sehen Sie im Video.

StoP-Projekte geben den Frauen eine Stimme

SToP-Projekt
Die Ausstellung im Rahmen der SToP-Projekte findet noch drei Tage statt.
© RTL Nord

Überall in Deutschland, aber auch bei uns in Schleswig-Holstein und Niedersachsen setzten sich Menschen gemeinsam gegen Gewalt an Frauen ein. Das ist auch das erklärte Ziel der StoP-Projekte, die es deutschlandweit gibt.

Eines dieser Projekte findet vom 25.11.2021 bis zum 27.11.2021 in Wilhelmsburg statt und wird unter anderem von Hiam mit organisiert. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine dreitägige Ausstellung. Gezeigt werden Bilder von Frauen, die von Partnergewalt betroffen waren, sich aber erfolgreich wehren konnten. Damit wollen sie anderen betroffenen Frauen Mut machen, aber auch andere Menschen für das Thema sensibilisieren.

Auch Oldenburg ist dabei

Todesanzeige: Stefanie L. wird von ihrem Partner umgebracht
16. Mai. 2021 Stefanie L. wird von ihrem Partner umgebracht, ebenso ihre zwei Kinder.
© RTL Nord

Seit dem 1. Juli 2021 ist auch Oldenburg dabei: So beraten Frauen im Stadtteiltreff Dietrichsfeld Hilfesuchende, Interessierte sowie Nachbarn, was zu tun ist, wenn ein Verdacht besteht oder es bereits zur häuslichen Gewalt gekommen ist. Aber ihre Arbeit bewirkt noch mehr: Gemeinsam mit Nachbarn organisieren sie verschiedene Aktionen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Auch heute am Tag gegen Gewalt an Frauen hat die Gemeinschaft was auf die Beine gestellt. Neben Informationsständen machen sie aber auch mit Todesanzeigen auf die Frauen aufmerksam, die die Tat durch ihren Partner nicht überlebt haben.

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Hier finden Sie Hilfe

Sollten Sie selbst von Gewalt betroffen sein, Sie kennen jemanden der es ist oder vermuten es, dann wenden Sie sich an die unterstehenden Hilfsangebote:

Bei akuter Gefahr:

110

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“:

08000 116 016

Frauenhäuser / Frauenberatungsstellen:

http://www.frauenhauskoordinierung.de/

Telefonseelsorge:

0800 111 0111 oder 0800 111 0222

(mup)