Frauen leiden häufiger als Männer

Neue Studie: Videocalls mit eingeschalteter Kamera machen müde!

Eine neue Studie zeigt: Wer die Kamera beim Videocall eingeschaltet hat, fühlt sich eher müde und erschöpft.
Eine neue Studie zeigt: Wer die Kamera beim Videocall eingeschaltet hat, fühlt sich eher müde und erschöpft.
© dpa, Fabian Strauch, fst wst beg gfh löb vco chs wst

09. Oktober 2021 - 14:24 Uhr

Wer die Kamera eingeschaltet hat, fühlt sich eher müde und erschöpft

Spätestens seit der Corona-Zeit kennen und nutzen wir sie wohl alle: die Videotelefonie. Konferenzen aus dem Homeoffice, Schule oder Uni von zuhause. So langsam haben es die meisten aber satt und sind müde, die anderen nur noch über den Bildschirm zu sehen. Apropos: Eine neue Studie die jetzt im "Journal of Applied Psychology" veröffentlicht wurde, zeigt: Wer die Kamera beim Videocall eingeschaltet hat, fühlt sich eher müde und erschöpft. Frauen und neue Angestellte sind am ehesten davon betroffen.

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Nach virtuellen Konferenzen fühlen sich viele Menschen "erschöpft und energielos"

Forscher mehrerer Universitäten in den USA haben herausgefunden, dass Angestellte die bei geschäftlichen Videotelefonaten die Kamera eingeschaltet haben, nach Feierabend eher unter Müdigkeit und Erschöpfung leiden, als diejenigen, die die Kamera auslassen.

"Die Corona-Pandemie hat viele Angestellte dazu gezwungen, sich über eine Entfernung abzustimmen und auszutauschen. Persönliche Meetings wurden schnell durch virtuelle Treffen ersetzt", so die Forscher. Viele Menschen würden diese virtuellen Meetings als sinnlos und als Zeitverschwendung empfinden. Nach einem Tag voller solcher Treffen, würden sich viele "erschöpft und energielos" fühlen. "In unserer Studie wollten wir herausfinden, wie ein herausstechendes Merkmal von virtuellen Konferenzen – nämlich die Kamera – die Müdigkeit beeinflusst."

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US-Studie: Forscher beobachteten einen Monat lang mehr als 100 Angestellte

Im Spätsommer 2020 beobachteten die Wissenschaftler deswegen vier Wochen lang insgesamt 103 Angestellte einer Firma. Die Teilnehmer der Studie schalteten die Kamera jeweils zwei Wochen ein und zwei Wochen aus. Am Ende jedes Arbeitstages bewerteten sie ihr Erschöpfungslevel, sowie zwei weitere Punkte: Inwieweit sie sich im Meeting selbst mit Ideen eingebracht haben und inwieweit sie sich für den Inhalt der virtuellen Konferenz begeistern konnten.

Die Auswertung der Ergebnisse ergab: Es gibt eine Verbindung zwischen erhöhter Erschöpfung und einer eingeschalteten Kamera. Die Leistung in den anderen beiden Punkten fällt geringer aus, wenn die Kamera an ist.

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Frauen und neue Angestellte leiden am ehesten darunter

Frauen und Mitarbeiter die erst kurz angestellt sind, sind am ehesten davon betroffen. Eine mögliche Erklärung: Sie haben das Gefühl, sich mehr und besser präsentieren zu müssen, damit die anderen ein gutes Bild von ihnen bekommen. Das ist anstrengend!

"Mitarbeiter die schon länger angestellt sind, haben mehr Zeit das Bild von sich im Unternehmen zu entwickeln und zu verfeinern", so die Forscher. "Deswegen empfinden sie eher weniger Erschöpfung, wenn es darum geht sich selbst vor der Kamera darzustellen. Sie haben den Eindruck, weniger kritisch betrachtet zu werden", lautet die Erklärung der Wissenschaftler.

Falls die virtuellen Meetings Sie also zu sehr belasten – wenn möglich, vielleicht einfach mal die Kamera ausschalten. (sli)