Soulfood ist nicht immer good Food

Studie: Durch diese Lebensmittel gewinnen wir Lebenszeit

Können wir etwa mit gesunden Nahrungsmittel unsere Lebenszeit verlängern? Ja, wenn es nach der neuen Studie geht.
Können wir etwa mit gesunden Nahrungsmittel unsere Lebenszeit verlängern? Ja, wenn es nach der neuen Studie geht.
© Gpoint Studio, Anna Bizon

20. September 2021 - 16:46 Uhr

Gesunde Ernährung ist die halbe Miete

Ab und zu brauchen wir das doch alle: einen Cheat Day, an dem wir essen, worauf wir Lust haben. Doch was gut für die Seele ist, ist nicht auch gleichzeitig gut für den Körper. Vielmehr: Essen kostet uns tatsächlich Lebenszeit! Auch wenn wir klebrige Süßigkeiten, fettige Pommes und einen saftigen Burger lieben – für unsere Gesundheit tun unsere Lieblingsspeisen herzlich wenig. Zu dem Ergebnis sind Wissenschaftler der University of Michigan (USA) gekommen. Aber keine Angst: Wodurch wir die ungesunden Speisen aber ersetzen können, um sogar Lebenszeit dazu zu gewinnen, haben sie auch verraten.

Diese Lebensmittel sollten wir öfters essen

Dass gesunde Ernährung für unser allgemeines Wohlbefinden wichtig ist – geschenkt. Das wissen die meisten. Was die auf einem Ernährungsindex basierte Studie, die in der Zeitschrift Nature Food veröffentlicht wurde, jetzt allerdings herausgefunden hat, ist, welche Lebensmittel so richtig viel bringen. Laut der drei Wissenschaftler der University of Michigan, die an der Studie beteiligt waren und mehr als 5.800 Lebensmittel untersucht haben, ist es zum Beispiel besser, auf Chips zu verzichten. Snacken Sie in Zukunft lieber gesalzene Erdnüsse auf dem Sofa, denn:

  • Eine Portion gesalzene Erdnüsse beschert uns 10 bis 15 Minuten mehr Lebenszeit.
  • Auch gebackener Lachs mit Reis und Bohnen lässt uns ca. 15 Minuten an Zeit gewinnen. Das nächste Abendessen steht damit schon mal fest, oder?
  • Lust auf ein Erdnussbutter-Sandwich? Macht 33 Minuten extra!

Zum Vergleich:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Bei einer Portion Chicken Wings verlieren wir 3,3 Minuten.
  • Ein Hotdog mit Rindfleisch und Brötchen? Macht ganze 36 (!) Minuten weniger.

Von diesen gesunden Lebensmitteln profitieren wir

Tierische Lebensmittel schneiden schlechter ab als pflanzliche, aber auch dort gibt es beträchtliche Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt. Die Forscher klassifizierten die Lebensmittel nämlich nicht nur nach ihrem Nährwert, sondern auch in Bezug auf Umweltverträglichkeit und ihre Auswirkungen auf die globale Erwärmung. Wenn ein bestimmtes Nahrungsmittel für unsere Gesundheit zwar förderlich ist, wollen wir deswegen natürlich nicht noch mehr zum Klimawandel beitragen. Zu den gesunden UND umweltverträglichen Lebensmitteln zählen Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse sowie einige Meeresfrüchte. In ihnen befinden sich vor allem gesundheitsfördernde Omega-3-Fettsäuren.

Ungesund und mit hohen Umweltauswirkungen verbunden sind hingegen Rind-, Schweine- und Lammfleisch sowie einige käsebasierte Lebensmittel. Geflügel-, Milch- und Ei-Produkte sowie gekochtes Getreide landen in einer Art Zwischenzone.

Letzten Endes fanden die US-Forscher folgendes heraus: Wenn nur 10 Prozent des täglichen Kalorienverbrauchs von verarbeitetem Fleisch gegen Obst, Gemüse und Co. ausgetauscht werden, erhalten wir dadurch erhebliche gesundheitliche Vorteile. Genauer gesagt: einen Zeitgewinn von etwa 48 Minuten pro Person pro Tag. Außerdem: einen um 33 Prozent kleineren ökologischen Fußabdruck.

Eine junge Frau kann sich nicht zwischen einem Apfel und einem Muffin entscheiden. Gesund vs. ungesund.
Ja, auch wenn es manchmal schwerfällt: Sich gesund zu ernähren bringt viele Vorteile mit sich.
© Getty Images/iStockphoto, Jacob Wackerhausen

Deswegen ist die Studie so wichtig

Katerina Stylianou, die als Doktorandin in der Abteilung für Umweltgesundheitswissenschaften an der Universität in Michigan arbeitet und an der Forschung beteiligt war, sagt gegenüber Nature Food: "Den Ernährungsempfehlungen fehlt es an spezifischen und umsetzbaren Hinweisen, um die Menschen zu motivieren, ihr Verhalten zu ändern. Nur selten gehen die Ernährungsempfehlungen auf die Auswirkungen auf die Umwelt ein." Und eine Ernährungsumstellung ist nicht nur in Bezug auf unsere Gesundheit wichtig, sondern auch für die Umwelt, wie auch Olivier Jolliet, Hauptautor der Studie und Professor für Umwelt- und Gesundheitswissenschaften hinzufügt. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass kleine, gezielte Auswechslungen in Form von Alternativen machbar und wirksam sind, um erhebliche Vorteile für die Gesundheit und die Umwelt zu erzielen – ohne dass eine dramatische Umstellung der Ernährung erforderlich ist." Also: In Zukunft einfach ein bisschen weniger Fleisch essen und durch andere Produkte ersetzen, mehr Gemüse auf den Teller laden – und alle profitieren davon! (vdü)