So wickeln Sie Stoffwindeln richtig

Stoffwindeln für das Baby: Mullwindeln und Moltontücher

Eine echte Alternative zu Einmalwindeln: Stoffwindeln können immer wieder verwendet werden und gelten als besonders umweltfreundlich.
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27. Juli 2020 - 15:57 Uhr

Mullwindeln und Moltontücher: Was ist der Unterschied?

Spätestens kurz vor der Entbindung, wenn die Wiege eingerichtet ist und die niedlichen, neuen Strampler und Schühchen bereitliegen, müssen Sie sich entscheiden: Welche Windeln, Stoffwindeln oder Fertigwindeln, möchten Sie für den neuen Erdenbürger verwenden? Wenn Sie Stoffwindeln verwenden wollen, brauchen Sie Mullwindeln in 80 x 80 Zentimeter und die bedeutend dickeren Moltontücher. Sie können ausschließlich mit den Windeln aus Mull das Baby wickeln oder stattdessen auch Moltontücher verwenden. Wie dabei die einzelnen Windeln zu falten sind, dafür gibt es unzählige Wickelmethoden, die Sie im Internet nachsehen oder bei Ihrer Hebamme erfragen können.

Mullwindeln und Moltontücher – so wird die Windel gewickelt

Allgemein werden die Tücher dreieckig zusammengelegt und mittig ein extra Steg gefaltet, da dort die meiste Feuchtigkeit anfällt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die gefaltete Mullwindel um das Baby zu wickeln und in der Mitte eine dicke, zum Steg gefaltete Moltonwindel unterzulegen. Für den Auslaufschutz sorgt eine mit Gummi beschichtete Überhose.

Mullwindeln bestehen zu 100 Prozent aus Baumwolle, sind hautsympathisch und angenehm wärmeausgleichend. Das Moltontuch ist ebenfalls aus 100 Prozent Baumwolle, besonders dicht und flauschig und beidseitig aufgeraut. Je nach Farbe können Sie die Windeln bei 70 oder 100 Grad waschen.

Die Vorteile von Stoffwindeln

Stoffwindeln sind angenehm weich und luftdurchlässig. Der Hauptvorteil liegt darin, dass sie von den Babys, sogar von Allergikern, gut vertragen werden. Um Hautirritationen vorzubeugen, sollten Sie zum Waschen nur milde Waschmittel verwenden und möglichst auf Weichspüler verzichten. Stoffwindeln schonen die Umwelt, indem sie nicht täglich für stetig wachsende Windelberge sorgen.

Entsorgte Wegwerfwindeln hingegen brauchen etwa 500 Jahre, bis sie biologisch abgebaut sind. Hinzu kommt der immense Rohstoff- und Energiebedarf bei ihrer Produktion. Bis zu einem Alter von 30 Monaten benötigen Babys etwa 5000 Wegwerfwindeln. Indem Sie Stoff statt Fertigwindeln verwenden, können Sie entsprechend einige hundert Euro sparen.

Die Vorteile von Fertigwindeln

Die unkomplizierte Nutzung von Fertigwindeln macht diese bei vielen Eltern so beliebt. Wenn dem Baby durchschnittlich sechs Mal am Tag die Windeln gewechselt werden, können Sie diese einfach sofort über den Müll entsorgen. Bei Stoffwindeln hingegen haben Sie die schmutzigen Windeln bis zur nächsten Wäsche in einem luftdichten Windeleimer aufzubewahren.

Auch wenn Sie sich einen Grundstock an Stoffwindeln für vier Tage zugelegt haben, also etwa 24 Stück, so steht spätesten alle drei Tagen ein Kochwaschgang für die Windeln an. Natürlich kostet das auch Waschmittel und Energie und ist extra Arbeit für die ohnehin stark beanspruchte Mutter.

Wofür Mullwindeln und Moltontücher sonst noch verwendet werden

Auch Eltern, die Fertigwindeln nutzen, kaufen sich meist einige Mullwindeln und Moltontücher. Die großen Mulltücher sind vor allem als Spucktücher beliebt. Wenn das Baby seine Flasche bekommt oder gestillt wird, legt sich die Mutter zum Schutz der Kleidung eine große Mullwindel um. Auch Babys Fingerchen oder sein Mund lassen sich damit schnell abwischen.

Wenn das Kind schon selber den Löffel beim Essen führt, kann die Mullwindel als Latz umgebunden werden, der nach dem Waschen rasch wieder trocknet. Die dicken Moltontücher werden vor allem als Schutz vor Feuchtigkeit auf Babys Betttuch gelegt oder als Unterlage zum Wickeln verwendet.