7 Tipps für junge Eltern

So sparen Sie Steuern - schon vor der Geburt!

Steuern sparen mit Kind: Das geht schon, bevor es auf der Welt ist!
Steuern sparen mit Kind: Das geht schon, bevor es auf der Welt ist!
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20. April 2021 - 11:55 Uhr

Sie haben oder wollen Kinder? Diese Steuertipps sollten Sie kennen

Keine Frage: Kinder kosten Geld. Allerdings können junge Eltern das Finanzamt daran beteiligen – manche Steuervorteile gibt's von alleine, um andere sollte man sich selbst kümmern. Das kann sich richtig lohnen, wie "Finanztest" jetzt erklärt. Und zwar schon, bevor der Nachwuchs unterwegs ist! Wir haben die sieben wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Tipp 1: Kosten für Schwangerschaftskurse und Medikamente absetzen

Nicht immer übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kurse, Medikamente oder zusätzliche Untersuchungen rund um das Baby. Diese können Sie aber als medizinisch notwendige Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen – zum Beispiel zusätzliche Blutuntersuchung und ein großes Ersttrimester-Screening, Medikamente wie Mineralien oder Blutverdünner. Auch Schwangerschaftsgymnastik, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse sowie Akupunktur zählen dazu. Als Nachweis reicht ein Rezept vom Arzt.

Auch Fahrtkosten zu Frauenarzt, Kursen oder Entbindung werden mit 30 Cent pro Kilometer beziehungsweise Ticketkosten angerechnet. Wer in den ersten Wochen rund um die Geburt eine Haushaltshilfe im Minijob beschäftigt, kann hier 20 Prozent der Lohnkosten (maximal 510 Euro im Jahr) geltend machen.

Tipp 2: Frühzeitig Steuerklasse wechseln

dpatopbilder - 14.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Haltern am See: Eine Lehrerin sitzt mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer, unterrichtet ihre Schüler einer Berufsschule im Distanzunterricht und hilft ihren Kindern bei ihren Aufgaben für die Schule. Um
Wer zu Corona-Zeiten weniger arbeitet, um die Kinder zu betreuen, sollte das beim Elterngeld berücksichtigen lassen
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Das Elterngeld ergibt sich aus dem früheren Nettogehalt. Für Ehepaare kann es sich deshalb lohnen, lange vor der Geburt die Steuerklasse zu wechseln. Plant die Mutter etwa, die Elternzeit allein oder größtenteils zu übernehmen, sollte sie möglichst in Klasse III wechseln – auch, wenn sie weniger verdient.

"Finanztest" rät, schon dann zu wechseln, wenn die Kinderplanung konkret wird. Die Elterngeldstelle erkennt die günstigere Steuerklasse nämlich nur an, wenn sie mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes auf dem Gehaltszettel stand. Übrigens: Sollte Ihr Baby zwischen 1. April 2020 und 31. Dezember 2021 geboren sein oder werden und Sie wegen Corona in dieser Zeit weniger verdient haben, können Sie beantragen, diese Monate aus dem Bemessungszeitraum für ihr Elterngeld ausklammern zu lassen. Das gilt bei Kurzarbeit, Freistellung und Entlassung, aber auch bei einer Reduzierung der Arbeitzeit, um Kinder zu betreuen.

Lese-Tipp: 10 überraschende Steuer-Spartipps: Wussten Sie, dass Sie das absetzen können?

Tipp 3: Kindergeld früh beantragen

Kindergeld wird nur sechs Monate rückwirkend gewährt. Mit dem Antrag sollten Sie sich also nicht allzu lange Zeit lassen. Der Tipp von "Finanztest": Warten Sie auf die elfstellige Steueridentifikationsnummer für Ihr Kind, um unnötige Verzögerungen bei der Bearbeitung zu vermeiden.

Ein Antrag auf Kindergeld empfiehlt sich auch dann, wenn Kinderfreibeträge wegen Ihres höheren Einkommens günstiger sind – denn erstens erhalten Sie das Geld monatlich, und zweitens rechnet das Finanzamt das Kindergeld immer gegen, egal, ob Sie es tatsächlich erhalten haben.

Tipp 4: Entlastung für Single-Eltern

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Für Alleinerziehende gibt es Entlastungen bei der Steuer
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Ziehen Sie Ihre Kinder alleine groß, erhalten Sie wegen der höheren finanziellen Belastung einen Steuernachlass: Für das erste Kind 4.008 Euro pro Jahr, für jedes weitere 240 Euro. Voraussetzung ist, dass ein Elternteil allein mit den Kindern lebt und Anspruch auf Kindergeld hat. Keine Entlastung gibt es, wenn ein weiterer Erwachsener dauerhaft einzieht.

Der Steuernachlass wirkt sich schon in Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung aus, pro Monat bleibt dann der entsprechende Anteil des Bruttolohns steuerfrei. Dazu müssen Sie die "Versicherungserklärung zum Entlastungsbetrag" auf formulare-bfinv.de ausfüllen.

Bei Kinderfreibeträgen bekommen Sie mindestens die Hälfte, also 2.730 Euro, sowie den halben Betreuungsbetrag.

Tipp 5: Kindergeld oder Freibetrag?

Für einige Eltern sind Kinderfreibeträge günstiger als das Kindergeld. 2021 ist das für Ehepaare mit einem Kind über 77.500 Euro Einkommen nach Abzug der absetzbaren Kosten der Fall, bei Alleinerziehenden sind es 39.000 Euro. Erst in der Steuererklärung prüft das Finanzamt, ob Kindergeld plus Kinderbonus (150 Euro für 2021) oder Freibeträge für Sie günstiger sind – diese sollten Sie also auch dann abgeben, wenn sie freiwillig ist.

Lese-Tipp: Wahrheit oder Irrtum? Die 10 häufigsten Steuer-Mythen

Tipp 6: Kinderwunschbehandlung absetzen

Wenn es mit dem Nachwuchs nicht von alleine klappt, können Kinderwunschbehandlungen hohe Kosten mit sich bringen – die Krankenkasse übernimmt in der Regel nur 50 Prozent der Kosten. Der Rest lässt sich aber als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen, wenn die Behandlung nach den Maßstäben des deutschen Embryonenschutzgesetzes durchgeführt wurde. Allerdings wird dabei ein bestimmter Eigenteil abgezogen, der sich nach Einkünften, Familienstand und Anzahl der Kinder berechnet.

Tipp 7: Renovierung Profis überlassen

Eltern renovieren das Babyzimmer
Bei der Einrichtung des Babyzimmers kann sich die Hilfe von Profis steuerlich lohnen
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Wer noch vor der Geburt ein Babyzimmer einrichtet oder renovieren will, muss das komplett selbst zahlen. Es sei denn, man beauftragt professionelle Handwerker damit – etwa mit Malerarbeiten, dem Aufbau von Möbeln oder dem Anbringen von Vorhängen. Dann lassen sich 20 Prozent der entstandenen Kosten abrechnen, pro Jahr bis zu 6.000 Euro. Aber Achtung: Das gilt nur für Lohn- und Arbeitskosten sowie Maschinen- und Fahrtkosten. Das Material selbst zählt nicht. Und der Rechnungsbetrag muss überwiesen werden, denn Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

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