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Steigende Strom- und Gaspreise: Für die Nachzahlung reicht das Geld nicht - das können Sie tun

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps

Gas- und Strompreise: Was tun, wenn das Geld für die Nachzahlung nicht reicht?

Wo kann man im Haushalt am meisten Strom sparen Tipps Stromsparen
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Die Preise für Strom und Gas scheinen aktuell zu explodieren. Doch was tun, wenn das Geld für eine Nachzahlung nicht reicht? Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Checkliste – denn vielleicht hat sich in Ihre hohe Nachzahlung ein Fehler zu Ihrem Nachteil eingeschlichen.

Stimmt die hohe Summe?

Laut Verbraucherzentrale sollten Sie auf Ihrer Strom- oder Gasabrechnung zunächst einige wichtige Details überprüfen:

  • Stimmt die Zählernummer?
  • Stimmen Anfangs- und Endzählerstand?
  • Wurde Ihr Verbrauch abgelesen oder nur geschätzt?
  • Ist der korrekte Preis angegeben?

Wenn Sie dadurch einen Fehler auf Ihrer Rechnung entdecken, können Sie die beanstanden. Ein guter Hinweis auf Fehler ist Ihr Verbrauch. Notieren Sie sich mindestens einmal im Quartal den Zählerstand. So können Sie bei der Abrechnung leicht überschlagen, ob der genannte Werte wirklich hinkommen kann.

Lese-Tipp: Expertentipps rund ums Gas: So sparen Sie richtig viel

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Kein Geld für die Nachzahlung? So sollten Sie vorgehen:

  1. Für genau solche Fälle einer unerwartet hohen Nachzahlung brauchen Sie Ersparnisse. Wichtig ist dabei laut Verbraucherzentrale, nicht sofort an mögliche Rücklagen für die Rente zu gehen, etwa Sparverträge.
  2. Eine schlechte Idee ist, für die Nachzahlung das Konto zu überziehen. Denn durch die meist hohen Dispozinsen häufen Sie direkt die nächsten Schulden an. Dann lieber auf nicht drängende Käufe verzichten und das dafür angesparte Geld in finanziell besseren Zeiten wieder aufstocken.
  3. Fragen Sie bei Ihrem Energieversorger nach einer Ratenzahlung. Wichtig ist dabei, dass Sie sich mit der monatlichen Rate nicht übernehmen. Schließlich fällt auch der aktuelle monatliche Abschlag weiterhin an. Daher lieber eine kleinere und dafür langfristigere Rate vereinbaren.
  4. Führen Sie ein Haushaltsbuch und notieren Sie sich dort alle Einnahmen und Ausgaben. So behalten Sie den Überblick und wissen jederzeit, wo Ihr Geld hinfließt. Dadurch fällt es leichter, Posten auszumachen, die Einsparpotenzial haben.
  5. Wenn Sie sich Geld leihen, achten Sie unbedingt auf die Höhe der Zinsen. Leihen Sie sich nur so viel Geld, wie unbedingt notwendig, um den aktuell entstandenen Engpass auszugleichen.

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Überraschender Tipp vom Verbraucherexperten: Den Grundversorger checken

In manchen Fällen lässt sich an der aktuellen Rechnung nichts mehr rütteln. Dann sollten Sie sich aber nach günstigeren Tarifen umschauen. Und da erwartet Verbraucher aktuell eine Überraschung.

Lese-Tipp: Was können Hauseigentümer und Mieter jetzt tun, um Energie zu sparen?

„Es hat sich ein bisschen verändert“, erklärt Verbraucherexperte Ron Perduss uns. Allein die Vergleichsportale nach den günstigsten Strom- und Gastarifen zu durchsuchen, reiche nicht mehr. „Wir stellen fest, dass die Grundversorger, also die Stadtwerke, teilweise günstiger sind, als die anderen Anbieter.“ Diese Grundversorger seien aber nicht im Angebot der Vergleichsportale gelistet. „Man muss zweimal schauen: Einmal die Vergleichsportale nutzen und bei seinen Stadtwerken anrufen und nach dem aktuellen Preis fragen“, erklärt Perduss.

Doch woran liegt der plötzliche Preis-Wechsel?

„Die Grundversorger haben sehr langfristige Stromverträge, das heißt sie haben sich abgesichert und können diesen Preis weitergeben“, so der Verbraucherexperte. Das sei zumindest in der aktuellen Situation eine gute Alternative. Allerdings sollten Kunden den Markt immer weiter beobachten und notfalls kurzfristig auf Veränderungen bei den Tarifpreisen reagieren. (lra)