Spielplatz, Freunde treffen oder Eis essen

Zu Hause bleiben wegen Corona: Was dürfen meine Kinder?

Kinder wollen sich auch in Coronazeiten mit ihren Freunden treffen - aber geht das?
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09. April 2020 - 9:49 Uhr

Was geht nach dem Shutdown noch – und was nicht?

Bundesweit wurden Schulen und Kitas geschlossen, immer mehr öffentliche Einrichtungen werden geschlossen, den Menschen wird geraten, möglichst zu Hause zu bleiben. Die Idee dahinter: Je weniger Kontakt Menschen zueinander haben, desto geringer ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2. 

Eltern stellt die derzeitige Situation vor eine doppelte Herausforderung: Neben der Sorge vor einer Ansteckung müssen sie sich auch mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Kinder in dieser Corona-freien Zeit beschäftigen. Wie Sie Ihre Kinder in der schulfreien zum Lernen motivieren, erfahren Sie hier. Doch neben der Herausforderung, die Kinder schulisch zu motivieren, stellt sich auch die Frage, wie sich die Kinder während dieser vielen freien Zeit am besten beschäftigen. 
Und in diesem Zusammenhang sind bei vielen Eltern - und ihren Kindern - Fragen offen. Darf ich mit meinem Kind auf den Spielplatz? Dürfen meine Kinder draußen Fahrrad fahren? Und wie ist es mit den Teenagern, die sich gerne mal mit ihren Freunden im Park treffen?

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in unserem Live-Ticker +++

Social Distancing – aber wie geht das mit Kindern?

Kitas und Schulen zu, Mama und Papa im Homeoffice: Da liegt der Gedanke nahe, die Kinder gemeinsam zu betreuen und so wenigstens einen Teil der Eltern in Ruhe arbeiten zu lassen. Doch davon rät die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) ausdrücklich ab - vor allem, wenn die Betreuungsgruppe sich in ständig wechselnder Besetzung trifft.

Also sollen Kinder und Jugendliche jetzt wochenlang alleine zu Hause bleiben? Jein, so Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité in seinem Podcast "Das Coronavirus-Update": "Ideal wäre natürlich, wenn immer jeder zu Hause sitzen würde. Aber das lässt sich ja mit dem Alltag nicht vereinbaren". Denn das Thema Social Distancing während des Coronavirus ist ja schon für Erwachsene extrem schwierig (hier sagen wir Ihnen noch einmal detailliert, wie Sie sich mit Freunden und Familie verhalten sollten), aber für Kinder und Jugendliche ist die Herausforderung noch größer.

Können sich meine Kinder mit ihren Freunden treffen?

Also, was tun und was nicht? Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) rät dazu Menschenansammlungen generell zu meiden. "Vor allem gilt das, wenn es sich um ständig wechselnde Kontakte handelt (verschiedene Kinder, verschiedenen Eltern), denn dadurch entstehen immer wieder neue Kontaktnetzwerke und damit Infektionsrisiken", so Juliane Pfeiffer, Pressesprecherin der DGI. Und sie wird noch konkreter: Sie empfiehlt, keine Versammlungen mit mehr als fünf Menschen. Und im besten Fall sollten diese Menschen immer dieselben sein und keine wechselnden Menschengruppen.

Das könnte in der Umsetzung heißen:

  • Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Freunde es in dieser Coronazeit gerne sehen möchte.
  • Legen Sie die Anzahl gemeinsam fest.
  • Vereinbaren Sie mit den entsprechenden Eltern, dass Ihre Kinder die ausschließlichen kindlichen Kontaktpersonen füreinander sind.
  • Und lassen Sie Ihr Kind sich ausschließlich mit diesen Kindern treffen. Dazu gehört auch, dass Sie als Eltern sich darauf verlassen können, dass die anderen Eltern sich ebenfalls an diese Verabredungen halten.

Was Sie tun können, wenn Sie es mit Corona-Verweigerern zu tun haben, und wie Sie sie überzeugen können, erfahren Sie hier. 

Kann ich mit meinem Kind auf dem Spielplatz gehen?

Auch hier sollten Sie sich die Regel mit den fünf Menschen immer vor Augen führen. Wenn viele Kinder gemeinsam im Sandkasten spielen, Förmchen in die Hand nehmen oder auf Klettergerüsten spielen, ist ja klar, dass es sich hier um einen potentiellen Ansteckungsherd handelt. Aus diesem Grund sind in einigen Bundesländern die Spielplätze bereits geschossen. In den anderen gilt: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auch hier den Abstand zu anderen Kindern einhält. Und waschen Sie sich und Ihrem Kind direkt beim Nachhausekommen gründlich die Hände.

Wie Sie sich und Ihren Kindern richtig die Hände waschen, zeigen wir Ihnen hier ausführlich. 

Kann ich mit meinem Kind einen Ausflug in die Natur machen?

"Bewegung im Freien und an der frischen Luft ist prinzipiell gut", so Juliane Pfeiffer von der DGI. Und auch Virologe Christian Drosten empfiehlt ausdrücklich Spaziergänge im Freien. Aber - und das ist wichti - auch hier sollte im Hinterkompf bleiben, dass das in möglichst kleinen Gruppen geschieht (idealerweise immer mit denselben Kontaktpersonen) und genügend Abstand zu anderen Personen gehalten wird, so die Empfehlungen der DGI. Also weder spontan mit anderen Kindern auf der Wiese Fußball spielen oder auf dem Waldspielplatz gemeinsam mit anderen klettern oder toben. 

Dürfen die Kinder und Teens sich draußen treffen?

Solange die Kinder klein genug sind, dass Sie als Eltern ihren Aktionsradius bestimmen, können Sie eher kontrollieren, wann sich Ihr Kind mit wem trifft. Aber wie ist es mit älteren Kindern und Teenagern, die sich selbständig mit ihren Freunden treffen? Die Regeln sind dieselben: nicht mehr als fünf Personen zusammen. Keine wechselnden Bezugspersonen.

Im Umgang mit älteren Kindern gilt: Holen Sie die Kinder mit ins Boot. Erklären Sie immer wieder und ausführlich wie der aktuelle Kenntnisstand ist. Wie sie mit Kindern über das Coronavirus sprechen, ohne Panik zu machen, erfahren Sie hier. Und warum die Regeln zur Zeit so lauten, wie sie lauten. "Wir brauchen alle eine gesunde und realistische Einschätzung", so Christian Drosten. "Es handelt sich um neue Verhaltensweisen, die eingeübt werden müssen." 

Appellieren Sie an die soziale Verantwortung Ihrer Kinder. Denn mit ihrem Verhalten schützen sie nicht in erster Linie sich, sondern ältere und/oder vorerkrankte Menschen. Und – ganz wichtig- bleiben Sie geduldig. Mit sich und ihren Kindern. 

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