Tipps vom RTL-Verbraucherexperten

Payback vs. Coupons: Womit sparen wir am meisten?

12. Mai 2022 - 14:48 Uhr

"Payback-Karte?" Beim Einkaufen überdenken viele gerade ihre Gewohnheiten – schließlich werden selbst Standard-Lebensmittel immer teurer, und die Gesamtsumme auf dem Kassenbon lässt so manche schlucken. Lohnt es sich da vielleicht doch, sich ins Punkte-, Rabatt- und Coupon-Getümmel zu stürzen? Wie viel können wir damit letztendlich sparen, und welche Gegenleistung bekommen Unternehmen dafür? Im Video testen RTL-Reporterin Janina Martina und Zweifachmama Shelly, ob sich das Payback-Punktesammeln oder aber die Coupon-Schnäppchenjagd unterm Strich mehr lohnt.

Payback: Das sind die Vorteile

Payback funktioniert nach dem Bonus-Prinzip – das heißt, es werden beim Einkauf keine direkten Rabatte abgezogen, sondern Punkte gesammelt. Diese können dann später entweder in Prämien investiert oder zum Bezahlen genutzt werden. Ein Payback-Punkt entspricht dabei einem Gegenwert von einem Cent; bei dm, Rewe oder Real bekommt man beispielsweise pro zwei Euro Umsatz einen Punkt gutgeschrieben. Gesammelt wird per Karte oder App.

Einer der Vorteile von Payback ist sicher die Zahl der teilnehmenden Unternehmen: Bei über 80 Partnern bekommt man sowohl im stationären Handel als auch in Onlineshops Punkte, sodass sich diese beim alltäglichen Shoppen mit kaum Aufwand ansammeln. Auch größere Investitionen, etwa ein Mietwagen oder ein Möbelkauf, werfen Punkte ab.

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Der Nachteil: Unternehmen erfahren viel über uns

Der wohl größte Nachteil ist allerdings, dass man sich als Verbraucherin oder Verbraucher ziemlich transparent macht: "Die Unternehmen erfahren sehr viel über uns. Die wissen ganz genau, wann kaufen wir was ein. Mit diesen Informationen kann man natürlich sehr zielgerichtet Werbung machen. Wenn man dann das Ganze noch kombiniert mit weiteren Informationen, die man online hinterlässt, kann man ein sehr gutes Profil erstellen", gibt RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss zu bedenken. Im Austausch für die Daten bekommt man zudem durch bloßes Punktesammeln umgerechnet eine relativ geringe Rabattierung: "Die liegt meist so zwischen 0,5 und einem Prozent. Da muss man sich überlegen: Ist es mir das denn wirklich wert, dass ich meine Daten preisgebe?"

Immerhin: Wer etwas mehr Zeit investiert und sich mit Payback-Sonderaktionen auseinandersetzt, die per App oder Post eintrudeln, kann diese Zahl der Punkte oft mit nur einem Einkauf ordentlich in die Höhe treiben. "Dann können es durchaus drei, vier oder fünf Prozent Rabatt sein", so Perduss.

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Coupons: Die Vor- und Nachteile

Um an Spar-Coupons zu kommen, kann man sich einfach auf Websites bedienen oder etwa auf Werbeblättchen und Zeitungsbeilagen achten. Ein großer Vorteil im Vergleich zu Kundenkarten, Payback und Co.: "Es gibt keinen Rückschluss zu meiner Person. Kein Unternehmen erfährt, dass ich diesen Coupon eingelöst habe. Und damit gebe ich wenig preis von meinem Konsumverhalten", erklärt Perduss. "Insofern ist ein Coupon eine gute Möglichkeit, um beim regelmäßigen Einkauf Geld zu sparen. Das geht bei 5 Prozent los, es können aber auch schnell 30 Prozent sein. Das kommt immer auf die einzelne Aktion an."

Der Nachteil: Oft werden mit Coupons nur ganz bestimmte Produkte beworben. Dadurch ist man gerne mal dazu verleitet, etwas zu kaufen, das man akut gar nicht benötigt. Der Rat des Verbraucherexperten: "Trotzdem schauen: Gibt es das Produkt vielleicht auch ohne den Coupon woanders günstiger?" Am meisten lasse sich sparen, wenn man Bonusprogramme wie Payback mit einzelnen Coupons kombiniere, so Perduss' Rat. Wer beim Shoppen seine Daten nicht preisgeben will, sollte sich auf Coupons beschränken. (rka)