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Spangenberg: 20-Jähriger mit 600 selbstgebastelten Bomben und rassistischem Manifest - Bundesanwaltschaft ermittelt

Bundesanwaltschaft ermittelt

20-Jähriger mit 600 selbstgebastelten Bomben und rassistischem Manifest

Marvin E. steht unter Terrorverdacht und kandidierte für die CDU als Ortsbeirat
Marvin E. aus dem nordhessischen Spangenberg war auch politisch aktiv
CDU Spangenberg

Im Fall des Terrorverdächtigen Marvin E. aus dem nordhessischen Spangenberg hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte ein Sprecher der „Frankfurter Rundschau“. Der Vorwurf gegen den 20-Jährigen: Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Der Auszubildende sitzt seit Mitte September in Untersuchungshaft.

Terrorverdächtiger Marvin E. kandidierte für den Ortsbeirat in Spangenberg

Im Haus des Beschuldigten fanden die Ermittler unter anderem huderte Kleinsprengkörper.
Im Haus des Beschuldigten fanden die Ermittler bei einer Razzia neben den hunderten selbstgebastelten Kleinsprengkörpern auch sechs unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen
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Bei dem angehenden Tischler waren nach bisherigen Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft unter anderem rund 600 selbstgebaute Kleinsprengkörper gefunden worden. Auch ein rassistisches Manifest wurde entdeckt. Die Wohnung des Verdächtigen in der Kleinstadt im Schwalm-Eder Kreis war ursprünglich wegen eines möglichen Waffendelikts durchsucht worden. RTL-Recherchen im November 2021 ergaben, dass der Spangenberger auch politisch aktiv war. Er ließ sich als CDU-Kandidat für den Ortsbeirat aufstellen, war aber ein freier Bewerber, sprich kein Mitglied der Partei. Auf Nachfrage sagte man uns, dass man schockiert sei von der offenbar rechtsextremen Gesinnung des jungen Mannes und habe davon nichts gewusst. Er sei eher unauffällig und ruhig gewesen, meldete sich bei Sitzungen nie zu Wort.

Polizei weitet Ermittlungen auf weitere Terrorverdächtige aus

Seit dem 17. September sitzt Marvin E. in Untersuchungshaft. Sollte er nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Im Innenausschuss hatte Minister Peter Beuth (CDU) berichtet, dass die Terrorermittlungen auf weitere Personen ausgeweitet wurden. (dpa/mlu)