Nachbar hatte noch versucht zu helfen

Slowakei: Baby stirbt im Aufzug - Mutter kämpft um ihr Leben

11. Mai 2021 - 19:58 Uhr

Schrecklicher Unfall in der Slowakei

Ein erst drei Wochen altes Baby ist in der Slowakei bei einem Fahrstuhl-Unglück gestorben - seine Mutter kämpft derzeit noch um ihr Leben. Der Aufzug fuhr am Sonntag laut einem Bericht des TV-Senders TV Markíza los, obwohl die Tür noch geöffnet war und Mutter und Kind noch nicht ausgestiegen waren. Ein Nachbar hatte noch versucht zu helfen - vergeblich.

Experte: "Das kann jederzeit passieren"

Das Wohnhaus in Bratislava gehört der evangelischen Kirche. Es wurde in den 1930er Jahren gebaut und der Aufzug ist seit dem Bau im Haus installiert. Pfarrer Martin Šefranko bestätigte dem Fernsehsender, dass er den Ermittlern bereits ein Buch mit den Aufzugsüberprüfungen übergeben habe. Es zeigt, dass Experten den Fahrstuhl gemäß der Vorschriften zuletzt vor weniger als drei Monaten überprüft haben. Auf die Frage, ob sich Bewohner beschwert hätten, dass der Aufzug kaputt sei, antwortete der Pfarrer: "Nein, nein, nein, ich kann mich nicht erinnern, dass es ein Problem damit gab."

Der Fahrstuhl-Experte Rastislav Tuchyňa hat den Unfall eingeschätzt: "Meine Vermutung ist, dass es bei diesem Aufzug eine Fehlfunktion im Sicherheitsschloss gab. Bei diesen alten Geräten, die Komponenten haben, die manchmal 40 bis 50 Jahre alt sind, kann die Materialermüdung nicht vorhergesagt werden, sie kann nicht bestimmt werden, also kann es jederzeit passieren. "

Polizei untersucht Unglücksursache

Vor acht Jahren passierte eine ähnliche Tragödie im Krankenhaus in Humenné im Osten der Slowakei. Als die Eltern mit ihrem anderthalbjährigen Sohn Šimon aus dem Aufzug stiegen, setzte sich dieser in Bewegung, obwohl die Tür geöffnet war. Sein Vater versuchte, den Jungen zu befreien, aber der Kleine fiel aus dem zusammenklappbaren Kinderwagen. Das Bezirksgericht befand den Aufzugsverwalter für schuldig.

Veronika Martiniaková, Sprecherin der Regionalpolizei in Bratislava sagte zu den aktuellen Ermittlungen: "Die Polizei in Bratislava arbeitet intensiv an diesem Fall." Erst dann wird klar sein, ob es sich wirklich um einen technischen Unfall handelte.

LGR/ Enex

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