Seelsorge-Skandal in Großbritannien

Männer nutzten Telefonseelsorge für Sex-Dates aus

Freiwillige Berater einer britischen Telefonseelsorge haben ihre Position zu Sex-Treffen mit Anruferinnen ausgenutzt.
Freiwillige Berater einer britischen Telefonseelsorge haben ihre Position zu Sex-Treffen mit Anruferinnen ausgenutzt.
© deutsche presse agentur

02. August 2021 - 16:24 Uhr

Sex mit Anruferinnen: Telefonseelsorge räumt "sehr wenige" Fälle ein

Einsamkeit, Existenzangst, Perspektivlosigkeit: Die Coronakrise hat die Probleme und Ängste vieler Menschen noch einmal verschärft. Viele greifen zum Hörer und suchen Hilfe bei der Telefonseelsorge. Sie hoffen auf die richtigen Worte, um die schwierige Lebenslage auszuhalten. Doch wie ein Fall aus Großbritannien zeigt, nutzen manche Seelsorger die Nöte der Menschen schamlos aus. Dabei hatten sie vor allem Frauen mit emotionalen Problemen im Visier.

Wohltätigkeitsorganisation will nun Mitarbeiter abhören

Wie nun bekannt wurde, haben freiwillige Berater einer britischen Telefonseelsorge ihre Position zu Sex-Treffen mit Anruferinnen ausgenutzt. Die Organisation "Samaritans", für die etwa 20.000 Freiwillige jedes Jahr rund fünf Millionen Anrufe von Menschen mit starken emotionalen Problemen annehmen, räumte "eine sehr kleine Zahl von Sicherheitsvorfällen" ein.

"Samaritans" will nun erstmals Anrufe von anderen Beschäftigten mithören lassen - Kritiker dieser Regeländerung fürchten dadurch aber Vertrauensverluste.

„Mittelalte“ Männer nutzten Nöte von Anruferinnen aus

Die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete am Montag von 44 solcher "Sicherheitsvorfälle" seit 2017. Dabei habe es sich zumeist um "mittelalte" Männer gehandelt, die Nöte von Anruferinnen missbraucht hätten. So hätten sie die emotionalen Probleme der Frauen ausgenutzt, um sich mit ihnen zum Sex zu verabreden.

Viele Vorfälle seien erst durch Dritte bekannt geworden. "Samaritans" teilte dem "Telegraph" mit, alle Anschuldigungen seien der Prüfbehörde Charity Commission gemeldet worden. Als "Sicherheitsvorfälle" gelten auch Versäumnisse bei der Überprüfung.

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"Samaritans"-Chefin verspricht Aufklärung

"Unsere starken Untersuchungsverfahren haben dazu geführt, dass diese Vorfälle schnell bearbeitet und geeignete Maßnahmen ergriffen wurden", sagte "Samaritans"-Chefin Julie Bentley dem Blatt. "Jeder Sicherheitsvorfall ist einer zu viel. Deshalb überprüfen wir unsere Verfahren kontinuierlich und haben weitere Maßnahmen eingeleitet, um unseren Anrufern konstant hochwertige Dienstleistungen zu bieten." (mor)

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