Nach EM-Aus wird sie deutlich„Wenn ich nicht so weiß wäre!“ Deutsche Läuferin prangert Rassismus an

Dieses Thema ist ihr wichtiger als ihr eigenes bitteres EM-Aus!
Smilla Kolbe (24) verpasst bei der Leichtathletik-EM in Birmingham das 800-Meter-Finale um gerade einmal zwei Hundertstelsekunden. Doch nach ihrem Aus findet die Sportlerin starke Worte. Nicht zu ihrem sportlichen Frust – sondern zu den rassistischen Hass-Kommentaren gegen ihre Teamkollegen.
Smilla Kolbe sieht rassistische Kommentare unter vielen Posts
„Wir vertreten hier alle ein Land, Deutschland. Wir treten hier mit Fairness und Respekt irgendwie an. Das sind die Werte im Sport. Und ich erwarte das genauso von allen, die supporten und zuschauen“, richtet Kolbe nach ihrem Halbfinale einen klaren Appell an die Fans. Die 24-Jährige bekommt nach ihrem eigenen Auftritt viel Zuspruch. Gleichzeitig erlebt sie, wie anders der Ton offenbar unter Beiträgen anderer deutscher Athletinnen und Athleten ausfällt.
„Ich freue mich extrem über den ganzen Support, den ich kriege“, sagt Kolbe – und wird anschließend sehr deutlich: „Ich will gar nicht wissen, was wäre, wenn ich nicht so weiß wäre, wie ich bin. Das finde ich irgendwie erschreckend. Ich sehe das in anderen Kommentarspalten. Ich finde einfach, das ist nicht fair.“
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Kolbe will sich trotzdem auf das Positive konzentrieren
Welche Teamkolleginnen oder Teamkollegen konkret von den rassistischen Hass-Kommentaren betroffen sind, sagt die 800-Meter-Läuferin nicht. Nach ihren Angaben handelt es sich aber keineswegs um einen einzelnen Vorfall.
„Das sieht man unter vielen Posts. Deswegen sage ich nicht mehr“, erklärt Kolbe. Sie wolle ihren Blick bewusst auch auf die vielen positiven Reaktionen richten. Trotzdem sei es ihr „extrem wichtig“ gewesen, das Thema anzusprechen.
Ein eindringlicher Appell für Fairness und Respekt – Werte, die für Kolbe nicht nur auf der Laufbahn gelten sollen.
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Zwei Hundertstel fehlen Smilla Kolbe zum EM-Finale
Sportlich erlebt die Deutsche zuvor einen bitteren Abend im Alexander Stadium. In ihrem Halbfinale über 800 Meter kommt Kolbe als Sechste ins Ziel. Zum Einzug in den Endlauf am Freitagabend fehlen ihr gerade einmal zwei Hundertstelsekunden.
Doch statt nur auf diese hauchdünne Entscheidung zu schauen, nutzt Kolbe den Moment für eine Botschaft, die weit über ihr eigenes Rennen hinausgeht. (jve)
Verwendete Quellen: dpa


