RTL konfrontiert Verantwortliche mit Bildern

Horror-Aufnahmen aus Schweinemastbetrieben: So rechtfertigen Bauern die Tierquälerei

03. Dezember 2020 - 15:00 Uhr

+++ Warnung: Das gezeigte Video könnte auf Zuschauer verstörend wirken +++

In zwei Schweinemastbetrieben in West-Niedersachsen wurden Tiere massiv gequält. Unter anderem sollen Landwirte Schweine mehrere Tage mit schwersten Verletzungen und ohne Wasser einfach liegen gelassen haben. Wir haben die Bauern mit den Aufnahmen konfrontiert. Wie sie die katastrophalen Zustände erklären – im Video.

Im RTL-Interview geben Bauern die Tierquälerei zu

Ein Schwein ringt mit dem Tod. Seine Verletzungen sind so schwer, dass es eigentlich sofort notgeschlachtet werden müsste. Stattdessen liegt es ohne Futter und Wasser auf dem Gang, ein Bauer steigt einfach über das verwundete Tier hinweg. Im anderen Stall kam es zu ähnlichen Szenen. Der Tierarzt hat für vier Schweine die Notschlachtung angeordnet. Eingepfercht bekommen sie zuerst ein Schmerzmittel, dann will der Bauer sie erschiessen - mit mäßigem Erfolg. Sie leiden noch minutenlang.

Die Aufnahmen von zwei Mastbetrieben in West-Niedersachsen wurden der Organisation "Deutsches Tierschutzbüro" Mitte Oktober diesen Jahres zugespielt. An ihrer Echtheit bestehen keine Zweifel. Die verantwortlichen Bauern selbst geben die Missstände in unserem Gespräch zu, wollen dafür aber unerkannt bleiben. Die Videoaufnahmen sind nur schwer zu ertragen: Man sieht Tiere mit blutigen Wunden, Maden, ein Schwein schleppt ein fußballgroßes Geschwür am Bauch herum. Tote Tiere liegen in rostigen Containern oder verwesen zwischen lebenden im Stall.

Bilder wie diese kein Einzelfall!

Verstörende Bilder wie diese sind keine Einzelfälle. Immer wieder decken Tierschützer eklatante Missstände in Schlachtbetrieben auf - so wie hier im Juli diesen Jahres bei einem Tönnies-Zulieferer oder im Dezember 2019 aus einer Schweinezucht im Münsterland. Trotzdem ändert sich wenig. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat mittlerweile Anklage erhoben. Den beiden Bauern drohen bei einer Verurteilung wegen Tierquälerei bis zu drei Jahren Gefängnis.