Sicherheitspersonal streikt morgen in Hamburg und Köln/Bonn

10. Februar 2016 - 21:03 Uhr

Bislang 41.000 Passagiere betroffen

Der Streik des Flugsicherheitspersonals geht in die nächste Runde. Nachdem die Beschäftigten heute den Flugverkehr in Düsseldorf und Hamburg weitgehend lahmgelegt haben, soll morgen den ganzen Tag in Hamburg und Köln/Bonn gestreikt werden. Die Gewerkschaft Verdi fordert mindestens 14,50 Euro pro Stunde für die Angestellten an den Sicherheitsschleusen. Solange keine Einigung erzielt wird, müssen zehntausende Reisende weiter mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen.

Schlange,Streik, Flughafen Hamburg
Die Flugpassagiere in Hamburg müssen sich auf einen weiteren Streik-Tag einstellen.
© dpa, Axel Heimken

In Düsseldorf annullierten die Fluggesellschaften fast 200 Abflüge und 67 Ankünfte. Rund 24.000 Passagiere seien vom Streik betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafens. In Hamburg seien mehr als die Hälfte der 179 geplanten Abflüge gestrichen worden, teilte eine Sprecherin mit. "Es ist sehr voll in den Terminals. Die Wartezeit beträgt mehrere Stunden." Nur drei der 40 Sicherheitsschleusen fertigten Reisende ab. Eine Frau habe schon wegen einer Kreislaufschwäche behandelt werden müssen. Vom Hamburger Flughafen sollen heute 17.200 Fluggäste starten. Da an beiden Standorten Nachtflugverbot herrscht, waren die Auswirkungen des Streiks erst am Morgen ab etwa 06.00 Uhr zu spüren.

Verdi: Es gibt immer noch kein verbessertes Angebot

Schon in den Morgenstunden bildeten sich an den Hamburger Sicherheitskontrollen lange Schlangen bis in die Terminals hinein. Viele Fluggäste warteten seit 3.00 Uhr früh am Flughafen in der Hoffnung, ihr Reiseziel trotz des Streiks zu erreichen. "Ich frage mich, warum sich die Flughafengesellschaft nicht rechtzeitig darum gekümmert hat", sagte ein Reisender auf dem Weg zur spanischen Insel Teneriffa. Auch in Düsseldorf rechnete ein Flughafen-Sprecher mit "erheblichen Beeinträchtigungen".

Obwohl der Streik angekündigt worden war und die Passagiere damit die Chance hatten, sich auf die Behinderungen einzustellen, werteten die Verdi-Sprecher die Aktion als Erfolg. Die Gewerkschaft warf dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft vor, die Streiks bewusst zu provozieren und leichtfertig Schäden zu verursachen. Es gebe immer noch kein verbessertes Angebot der privaten Sicherheitsdienste.

Fast alle Beschäftigten hätten sich an den vorübergehenden Arbeitsniederlegungen beteiligt, hieß es aus Hamburg und Düsseldorf. Bereits im Januar hatten Arbeitsniederlegungen an den Sicherheitsschleusen für lange Warteschlangen und Hunderte Flugausfälle gesorgt.