Versorgung in Bachmut

Serkan Eren: “Diese Menschen sind wirklich verloren, wenn wir nicht da sind”

„Ohne uns wären die Menschen verloren“ Versorgung in Bachmut
04:18 min
Versorgung in Bachmut
„Ohne uns wären die Menschen verloren“

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von Amany Salama

In Bachmut, im Osten der Ukraine, finden derzeit die heftigsten Kämpfe des Ukraine-Krieges statt. Die Frontlinie verändere sich nach wie vor dynamisch, die Arbeit von Hilfsorganisationen an der Front sei „aktuell super kompliziert“, sagt Serkan Eren, Gründer und Vorsitzender des Vereins STELP, „Die Raketen fliegen wirklich im Minutentakt.“

Zugangswege, Brücken und Straßen seien gefährlich und teilweise zerstört, was Zulieferungen erschwere. Eren begibt sich damit selbst auch in Lebensgefahr: „Wir wurden des Öfteren beschossen, des Öfteren haben wir tatsächlich noch die Druckwelle von Raketen gespürt.“ Wann es besonders brenzlig für Eren wurde, erzählt er im Interview mit RTL-Reporterin Nele Balgo.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Infos zum Ukraine-Krieg können Sie hier nachlesen.

Gefahr auf offenem Feld

Um die Versorgung gewährleisten zu können, muss Eren Straßen entlang fahren, an denen rechts und links nur Felder angrenzen. Dabei gelte es immer abzuwägen, welche Strategie man fährt. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Die eine Möglichkeit ist, mit Vollgas durchzubrettern, da besteht dann allerdings die Gefahr, dass man sich den Reifen zerstört oder die Achse beschädigt.“

Wenn man dann allerdings liegen bleibt, würde das wiederum zur Folge haben, dass man für den Gegner ein sehr einfaches Ziel ist — so mitten auf dem offenen Feld. Alternativ könne man sich bemühen, „den Schlaglöchern auszuweichen“. Aber auch in dem Fall sei man aufgrund der langsamen Geschwindigkeit ein einfaches Ziel.

VIDEO: RTL-Reporter Gordian Fritz berichtet aus Bachmut: "Wir stehen jeden Tag unter Beschuss"

"Wir stehen jeden Tag unter Beschuss" Umkämpfte Frontstadt Bachmut
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Obwohl es die schweren Kämpfe gibt und die Versorgung teilweise fehlt, wollen viele Menschen in der Region, in ihrem Zuhause bleiben. Eren erinnert sich daran, wie ein Mann ihm gesagt habe: „Hier habe ich noch drei halbe Steine, die mir gehören. Anderswo gehört mir nichts.“

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