Nach Jogging-Runde im Urlaub

Frau verletzt sich am Knie - wenig später kämpft sie um ihr Leben

Für Loubna Trott endet ein sportlicher Lauf im Urlaub auf der Intensivstation.
Für Loubna Trott endet ein sportlicher Lauf im Urlaub auf der Intensivstation.
© action press

28. April 2021 - 14:59 Uhr

Urlaub endet im künstlichen Koma

Eigentlich wollte die 51-jährige Loubna Trott nur ihren Urlaub auf Mallorca mit einer schönen Lauf-Runde beenden, doch dass sie genau deshalb wenig später ums Überleben kämpfen muss, damit hätte niemand gerechnet. Als sie beim Laufen stolpert und hinfällt, schlägt sie sich ihr Knie auf. Aus der Wunde entwickelt sich langsam und unauffällig eine Sepsis, die erst jedoch unentdeckt bleibt.

Familienurlaub auf Mallorca

Loubna Trott mit ihren beiden Töchtern
Loubna Trott (51) verbringt eine tolle Zeit mit ihrer Familie auf der Insel Mallorca.
© action press

Es sollte ein schöner Familienurlaub werden: Mit ihrem Mann und zwei Kindern verbringt Loubna eine schöne Zeit auf der Baleareninsel Mallorca. Die 51-Jährige ist schon immer sehr sportlich und genießt es, auch im Urlaub Sport zu treiben. So auch an ihrem letzten Urlaubstag auf der Insel: "Ich bin gestolpert und hingefallen, dabei habe ich mir mein Knie und meine Hände aufgeschürft", berichtet sie gegenüber der "Sun", "ich hatte die Verletzung fast schon wieder vergessen, doch als wieder wieder zurück zuhause in England waren, gab es dort eine starke Hitzewelle und allen war es heiß, aber ich habe regelrecht gefroren", so die Zweifach-Mutter.

„Ich glaube, ich werde sterben“

Loubnas Symptome verschlimmern sich: Sie fühlt sich müde, hat Kreislaufprobleme und mit Übelkeit zu kämpfen. Als sie eines Tages im Bad bewusstlos wird, ruft ihr Ehemann schließlich den Krankenwagen. Im Krankenhaus vermuten die Ärzte zuerst eine Lebensmittelvergiftung, die sie sich im Urlaub eingefangen haben könne und schicken sie mit dieser Diagnose wieder nach Hause. Am nächsten Tag geht es der Britin jedoch so schlecht, dass sie ihre Hausärztin anruft und ihr sagt: "Ich glaube, ich werde sterben". In der Praxis stellt diese dann gleich eine Diagnose auf: Loubna leidet an einer Sepsis, auch als Blutvergiftung bekannt, und muss sofort in eine Klinik.

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Der Kampf ums Überleben

Von da an kann sich die Mutter an nichts mehr erinnern. Nachdem die Ärzte ein multiples Organversagen als Folge der Sepsis feststellen, müssen sie Loubna ins künstliche Koma versetzen. "Bakterien aus dem Meer waren in meine Wunde am Knie gedrungen, unter anderem eine fleischfressende. Das nennt man nekrotisierende Fasziitis. Dadurch bekam ich einen septischen Schock", so die 51-Jährige.


Doch Loubna ist eine Powerfrau gewinnt den Kampf um ihr Leben schließlich. Das ist auch für die Mediziner ein kleines Wunder, denn 70 Prozent der Patienten sterben daran. In einem Punkt sind die Ärzte sich aber sicher: Ihr Leben verdankt Loubna ihrer guten Kondition und ihrem durchtrainierten Körper, denn dadurch war sie stark genug, um die Sepsis und all ihre Folgen zu überleben.

Loubna leidet unter Posttraumatischen Belastungsstörungen

Und auch wenn sie überlebt hat – der Weg zurück in ihr altes Leben ist hart. "Es hat über ein Jahr gedauert, bis alles wieder annähernd normal wurde. Ich konnte nicht mal einen Föhn halten. Und ich hatte schreckliche Angst vorm Laufen und vor dem Meer", so Loubna gegenüber "The Sun".


Sie leidet unter einer Posttraumatische Belastungsstörung und bekommt regelmäßig Flashbacks zu ihrem "Unfall" und den schlimmen Momenten im Krankenhaus. Doch die Britin ist eine Kämpferin und tastet sich Schritt für Schritt wieder an das Laufen heran. Sie meldet sich sogar für Läufe an, die dem guten Zweck dienen: "Ich habe gesehen, dass es einen Lauf für Prostatakrebs gibt und mein Vater ist vor vier Jahren daran gestorben – ich habe mich dafür angemeldet, weil ich einfach etwas zurück geben möchte", beschreibt sie, "es war wirklich eine verrückter Weg bis hierher, aber wenn du dem Tod so nah warst, dann beginnst du jeden kleinen Moment des Lebens zu schätzen!"

Im Video: So gefährlich ist eine Blutvergiftung (Sepsis)

So erkennen Sie eine Sepsis

Etwa 300.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer Blutvergiftung, rund 75.000 davon sterben an den Folgen. Bei einer Blutvergiftung (Sepsis) reagiert das Immunsystem "falsch" auf eine Infektion, weshalb es oftmals zu einer lebensbedrohlichen Funktionsstörung einzelner Organe kommen kann.


Eine Sepsis kann in jedem Alter ganz leicht durch kleine Verletzungen entstehen und wird oft erst spät entdeckt. Gelangen Bakterien in offene Wunden, kann sich daraus schnell eine Blutvergiftung entwickeln. Um diese erfolgreich (meist mit Antibiotika) zu behandeln, sollte sie jedoch so früh wie möglich diagnostiziert werden. Bei folgenden Symptomen sollten Sie deshalb nach einer Verletzung sofort einen Arzt aufsuchen:

  • extremer Schüttelfrost und spontane Fieberschübe
  • Gelenkschmerzen, Ganzkörperschmerzen
  • niedriger Blutdruck und Schwindel
  • Schneller Puls und schnelle Atmung
  • Starke Müdigkeit, Erschöpfung
  • Verwirrtheit