Blutvergiftung beim Baby

Neugeborenensepsis – Gefahr durch Streptokokken-B-Infektion

Eine Blutvergiftung bei der Geburt kann sehr gefährlich für das Baby werden. So erkennen Sie das Risiko einer Neugeborenensepsis und können vorbeugen.
Eine Blutvergiftung bei der Geburt kann sehr gefährlich für das Baby werden. So erkennen Sie das Risiko einer Neugeborenensepsis und können vorbeugen.
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23. September 2020 - 15:41 Uhr

Blutvergiftung beim Baby: Frühe Vorsorge möglich

Für eine Neugeborenensepsis kommt eine Infektion mit B-Streptokokken infrage. Diese kann zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Eine gute Vorsorgemöglichkeit ist eine Therapie mit Antibiotika, die von der Schwangeren während des Geburtsvorgangs eingenommen werden. Ebenso lässt sich eine Blutvergiftung für Ihr Neugeborenes durch rasches Eingreifen beim Bemerken erster Krankheitssymptome verhindern.

Neugeborenensepsis – Entstehung und Folgen für das Baby

Sofern der Genitalbereich der Schwangeren von B-Streptokokken befallen ist, besteht die Möglichkeit des Hinaufwanderns der Erreger bis zur Gebärmutter. Zwar ist das Baby in der Fruchtblase gut geschützt, allerdings entsteht ein unmittelbarer Kontakt mit den Erregern, sobald während der Geburt die Fruchtblase platzt.

Trotzdem muss es noch nicht zu einer sofortigen Infektion kommen. Meistens sind rund ein bis fünf Fälle von etwa 1.000 Geburten hiervon betroffen. Ein hohes Ansteckungsrisiko besteht überwiegend für Frühchen oder Säuglinge mit sehr geringem Körpergewicht. Gegebenenfalls kann eine Infektion zu einer Blutvergiftung beim Baby führen. Diese kann sich lebensbedrohlich für den Säugling auswirken.

Ursachen einer Neugeborenensepsis

Bei Streptokokken der B-Gruppe handelt es sich um Bakterien. Sie besiedeln insbesondere bei Schwangeren die Vagina, Harnröhre, sowie den Darm. Betroffen hiervon sind zehn bis 30 Prozent aller schwangeren Frauen. Als Risikofaktoren für eine Blutvergiftung für Ihr Neugeborenes gelten:

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  • auftretendes Fieber der Schwangeren während der Geburt
  • Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • frühzeitiger Blasensprung
  • Harnwegsinfekte der Mutter, ausgelöst durch Streptokokken während der Schwangerschaft
  • im Vorfeld stattgefundene Geburt eines infizierten Säuglings
  • Positivscreening in der 35. bis 37. Schwangerschaftswoche

Verlauf einer Neugeborenensepsis

Unterschieden wird zwischen der Früh- und Spätform. Liegt eine Frühform vor, ist die Rede von einer angeborenen Neugeborenensepsis. Die Infektion erfolgt hierbei vor oder während des Geburtsvorgangs. Bereits innerhalb der ersten drei Tage nach der Geburt treten folgende Symptome auf:

  • Blässe
  • Haut-Ekzeme
  • Störungen in der Atmung
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands

Nicht selten kommt eine Lungenentzündung dazu. Charakteristisch für die Spätform ist ein Auftreten erster Symptome zwischen dem siebten Tag und drei Monaten nach der Geburt. Das Baby möchte nicht trinken, zeigt Berührungsempfindsamkeit. Fieber und Unruhe sind weitere Anzeichen. Oft verläuft die Spätform der Blutvergiftung beim Neugeborenen als Hirnhautentzündung. Beide Formen weisen einen schnellen Krankheitsverlauf auf.

Therapiemöglichkeiten der Neugeborenensepsis

Weisen die Symptome auf eine Blutvergiftung bei Ihrem Baby hin, muss die Behandlung umgehend erfolgen. Am besten eignet sich die Gabe von Antibiotika über eine Infusion. Vor Therapiebeginn sollten Ihrem Baby unbedingt Blutproben entnommen werden. Damit lässt sich sicherstellen, ob es sich wirklich um eine Blutvergiftung handelt.

Ferner gibt die Blutprobe Auskunft über die Art der Krankheitserreger. Verringern sich die Symptome während der Behandlung und bessert sich der Zustand Ihres Neugeborenen, ist die Diagnose korrekt. Sofern sich der Zustand Ihres Babys verschlechtert, können weitere Erreger beteiligt sein. Eine ergänzende Gabe von Antibiotika ist dann notwendig.

Prognose einer Neugeborenensepsis

Bei frühzeitigem Erkennen und einem raschen Therapiebeginn mit Antibiotika ist mit einem schnellen Abklingen der Beschwerden zu rechnen. Der Allgemeinzustand bessert sich rasch. Während die Behandlung bei etwa zehn bis 25 Prozent aller erkrankten Säuglinge zu spät erfolgt, verbleibt bei den umgehend behandelten Neugeborenen ein Restrisiko.

Überlebt Ihr Neugeborenes die Blutvergiftung, kann gegebenenfalls ein Bluthochdruck im Lungenkreislauf bestehen bleiben. Waren während der Neugeborenensepsis bei Ihrem Baby die Hirnhäute entzündet, müssen Sie unter Umständen mit zurückbleibenden Schäden im Nervensystem rechnen.