14. März 2019 - 16:20 Uhr

1 bis 9 von 1000 Frauen werden im Schnitt jährlich trotz Pille schwanger

Die Antibabypille hat einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 – sprich: nur 1 bis 9 von 1000 Frauen werden jährlich trotz Pille schwanger – und gilt somit als sehr sichere Verhütungsmethode. Trotzdem gibt es aber eben Fälle, in denen Frauen trotz der hormonellen Verhütungsmethode schwanger werden. Haben Frauen die Pille etwa falsch eingenommen? Ein Forscherteam um den Mediziner Aaron Lazorwitz von der University of Colorado kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass es nicht immer auf einen Einnahmefehler zurückzuführen ist, sondern eine bestimmte Genvariante dafür verantwortlich sein könnte.

„Dieses Enzym baut die Hormone in Verhütungsmitteln ab"

"Wir Ärzte sind immer davon ausgegangen, dass eine Frau etwas falsch gemacht haben muss, wenn sie zu uns kam und sagte: 'Ich bin schwanger, obwohl ich verhütet habe.' Das ist vielleicht nicht der Fall", so Lazorwitz gegenüber "Guardian". Die Forscher untersuchten Blutproben von 350 gesunden Frauen, die alle mit einem Hormon-Implantat, wie zum Beispiel einem Hormon-Stäbchen verhüteten.

Fünf Prozent der Getesteten wiesen eine Genvariante (CYP3A7*1C) auf, die ein Enzym codiert und normalerweise in Föten aktiv ist. "Dieses Enzym baut die Hormone in Verhütungsmitteln ab und könnte dazu führen, dass Frauen ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko besitzen, wenn sie hormonell verhüten, insbesondere bei Methoden mit niedriger Dosierung", sagt Lazorwitz. Manche Frauen würden das Enzym sogar bis ins Erwachsenenalter produzieren.

Einmal schlucken und dann läuft das schon mit der Verhütung. Aber wie funktioniert die Pille eigentlich? Im Video wird erklärt, wie die Antibabypille wirkt.

Die Ergebnisse seien laut Forscher mit Vorsicht zu interpretieren

Die Forscher betonen, dass es sich um vorläufige Forschungsergebnisse handele, die entsprechend mit Vorsicht zu interpretieren seien. Für eine umfassende, allgemeingültige Aussage seien weitere Untersuchungen nötig. Auch die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Verhütungsmethoden wie die Antibabypille sei bisher nicht zweifelsfrei möglich. Lazorwitz betont, dass Frauen, die mit einem Hormon-Implantat oder einer Spirale verhüten, den Schutz nicht anzweifeln sollen, da dies die "bei weitem besten Verhütungsmethoden" seien. Die Ergebnisse zeigen lediglich, dass Patientinnen zugehört und überlegt werden sollte, ob im Falle einer Schwangerschaft trotz hormoneller Verhütung etwas in deren Genen dafür verantwortlich ist.