Weil sie sich von ihm trennen wollte?

Frau gefesselt, vergewaltigt und getötet: Ehemann vor Gericht

Frauenleiche nach Brand in Schuby gefunden
Frauenleiche nach Brand in Schuby gefunden
© dpa, Benjamin Nolte

06. Mai 2021 - 14:19 Uhr

Schuby: Grausame Tat im gemeinsamen Schlafzimmer

Was sich am 11. November vergangenen Jahres in einer Doppelhaushälfte in Schuby, Schleswig-Holstein, abgespielt haben soll, ist schwer zu ertragen. Ein Ehepaar streitet sich – daraufhin soll der 47-jährige Ehemann im gemeinsamen Schlafzimmer mehrfach mit einem Messer auf seine Frau eingestochen haben, sie anschließend gefesselt und vergewaltigt haben. Dabei soll er billigend in Kauf genommen haben, dass die 41-Jährige an den Stichverletzungen verblutete. Um die Spuren zu verwischen, habe er dann das Haus in Brand gesetzt. Dafür steht der Deutsche ab heute vor dem Landgericht Flensburg.

Haus mit Grillanzünder in Flammen gesetzt

Nachdem der mutmaßliche Täter seine Frau vergewaltigt haben soll, setzte er laut Anklage das eigene Haus mit einem Grillanzünder in Brand. Er habe sich im Anschluss neben seine Frau ins Bett gelegt, um mit ihr in den Tod zu gehen. Dabei sei er bewusstlos geworden, das Feuer selbst sei im Anschluss von selbst ausgegangen.

Mutmaßlichem Täter kommen die Tränen - Verteidiger sagt, sein Mandant könne sich nicht an alles erinnern

Beim heutigen Prozess schweigt der Angeklagte. Als die Anklage verlesen wird, kommen dem mutmaßlichen Täter die Tränen, immer wieder schüttelt er dabei seinen erröteten Kopf. Den größten Teil der Verhandlung allerdings hört er jedoch lediglich emotionslos zu, wie unser RTL-Reporter aus dem Gerichtssaal berichtet. Brisant: Sein Verteidiger sagt, dass sich der Angeklagte nicht an alle Details der Tat erinnern kann und sich erst am nächsten Prozesstag äußern möchte.

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Mann schwebte nach Brand selbst in Lebensgefahr

Als die Feuerwehr am Tattag zu einem Haus mit Rauchentwicklung in Schuby gerufen wird, gehen die Einsatzkräfte wohl zunächst von einem Routineeinsatz aus. Doch in dem brennenden Gebäude finden sie die tote Frau mit schweren Verletzungen am Kopf und in der Brust. Der Ehemann wird schwer verletzt gerettet, er schwebt anfangs in akuter Lebensgefahr.

Trennung als Motiv für die schreckliche Tat?

Wenige Monate vor der Tat soll die Frau eine neue Beziehung eingegangen und sich von ihrem Mann getrennt haben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin das Tatmotiv. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Ehemann eine lebenslange Freiheitsstrafe.

LVE / KBÜ

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