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Schon wieder Holzmangel? Baugewerbe-Verband warnt: Bauen wird auch 2022 teurer

Preise für Holz und Stahl stark gestiegen

Bauen wird laut Baugewerbe-Verband auch 2022 wieder teurer

Holz bis zu 89 Prozent teurer Baupreise steigen auch 2022
01:37 min
Baupreise steigen auch 2022
Holz bis zu 89 Prozent teurer

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Auch im Jahr 2022 werden die Preise fürs Bauen weiter steigen. Davon ist der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes überzeugt. Grund dafür sind besonders die Materialkosten: Bauholz, Dämmmaterial und Stahl sind auch in diesem Jahr deutlich teurer als noch vor der Pandemie. Besonders die Preise für Bauholz sind nach wie vor hoch – etwa 89 Prozent mehr als 2020 müssen Bauherren derzeit zahlen. Schuld daran ist unter anderem die Borkenkäferplage im vergangenen Jahr. Außerdem ist die Nachfrage aus den USA nach deutschem Holz weiter gestiegen.

Baupreise steigen 2022 um etwa 4 Prozent

Die Baupreise in Deutschland werden voraussichtlich auch in diesem Jahr zulegen. Im vergangenen Jahr seien sie um 6 Prozent gestiegen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa. „Das ist der stärkste Anstieg in über 20 Jahren gewesen.“ In diesem Jahr rechnet der Verband mit einem Zuwachs von 4 Prozent. „Das heißt, es beruhigt sich etwas, die Preise steigen aber immer noch.“ Das Niveau vor der Pandemie zu erreichen, sei nicht absehbar. „Und das liegt vor allem an den stark gestiegenen Materialpreisen.“

Hohe Nachfrage aus den USA nach Bauholz verschärft Knappheit in Deutschland

Mit Abstand am stärksten habe sich Bauholz verteuert. Die Preise hätten sich 2021 annähernd verdoppelt, sagte Pakleppa. „Bei Kunst- und Dämmstoffen waren es etwa 30 bis 40 Prozent, bei Stahl 70 Prozent.“ Seit dem Jahreswechsel sei Bauholz etwas günstiger geworden. „Wir liegen jetzt bei einem Plus von 89 Prozent im Vergleich zur Vorpandemiezeit, also nach wie vor auf sehr hohem Niveau.“

Das hat aus Sicht des Zentralverbands verschiedene Gründe: Mehr Schadholz in Europa wegen der Borkenkäferplage ist einer, die im vergangenen Jahr deutlich gestiegene Nachfrage nach dem Einbruch wegen der Pandemie 2020 ein anderer. Außerdem hätten die USA mehr Holz aus Europa importiert, nachdem US-Zölle Holz aus Kanada deutlich verteuert hätten, erklärte Pakleppa. „Das hat dazu geführt, dass viele Holzhäuser in Kalifornien mit Holz aus Baden-Württemberg gebaut worden sind.“

Hinzu kämen Inflation, Energiepreise und Lohnsteigerungen, so Pakleppa. Die Bauwirtschaft sei in einem Zwiespalt. „Auf der einen Seite steht das Ziel im Koalitionsvertrag, dass 400.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden sollen und dass man möglichst zu verträglichen Preisen Wohnungen mieten kann.“ Auf der anderen Seite gebe es ambitionierte Ziele im Bereich Nachhaltigkeit und Klimawende. „Auch solche Anforderungen führen dazu, dass Bauen teurer wird, weil wir energetisch hochwertiger bauen müssen.“ (dpa/zre)