Krise bei VolkswagenVW-Chef Blume droht intern mit Abbau von 50.000 weiteren Jobs

Dr. Oliver BLUME, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, CEO, Jahrespressekonferenz der Volkswagen AG, Aktiengesellschaft in Wolfsburg am 10.03.2026. *** Dr. Oliver BLUME, Chairman of the Board of Management of Volkswagen AG, CEO, Annual Press Conference of Volkswagen AG, Aktiengesellschaft in Wolfsburg on 10 03 2026
VW-Chef Oliver Blume stellt die Belegschaft auf harte Einschnitte ein, berichtet der Spiegel (Archivfoto)
IMAGO/Sven Simon

Diese Zahl trifft die Mitarbeitenden von Volkswagen ins Mark.
Konzernchef Oliver Blume nennt intern erstmals eine konkrete Größenordnung für möglichen weiteren Stellenabbau. Weltweit könnten bis 2030 rund 50.000 zusätzliche Jobs wegfallen. Das berichtet der Spiegel.

Volkswagen-Chef nennt intern erstmals konkrete Zahl

Beim größten Autobauer Europas könnte der Sparkurs noch härter werden als bislang bekannt. In einem internen Interview im VW-Intranet, das dem Spiegel vorliegt, spricht Volkswagen-Chef Oliver Blume erstmals von einer Größenordnung für zusätzlichen Stellenabbau: Rund 50.000 Stellen weltweit könnten demnach bis 2030 betroffen sein.

Diese Zahl käme zusätzlich zu bereits vereinbarten 50.000 Stellen. Blume leitet sie aus einem Kostenziel ab. Volkswagen müsse seine Gemeinkosten auf ein „wettbewerbsfähiges Niveau“ bringen. Diese Kosten lägen bei VW im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen im Schnitt noch rund 20 Prozent höher.

50.000 Jobs bei VW sind laut Blume nur eine rechnerische Ableitung

Ganz fest steht die Zahl damit noch nicht. Blume spricht laut Spiegel von einer „theoretischen Ableitung“. Konzernweit werde derzeit geprüft, welche Anpassungen in den einzelnen Marken, Gesellschaften und Regionen tatsächlich nötig und möglich seien.

Gleichzeitig macht der VW-Chef deutlich: Der Abbau könnte kleiner ausfallen, wenn die Arbeitskosten pro Beschäftigten auf anderem Weg sinken. Es geht also nicht nur um Stellen, sondern auch um Kostenstrukturen im Konzern.

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Vier deutsche VW-Standorte stehen besonders im Fokus

Besonders brisant sind Blumes Aussagen zu vier bedrohten Autowerken in Deutschland. Konkret geht es um die VW-Standorte Zwickau, Emden und Hannover sowie das Audi-Werk Neckarsulm.

Blume verweist dabei auf teure Überkapazitäten in Europa. Volkswagen könne dort rund 500.000 Autos mehr bauen als nötig. Für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm könne man aktuell noch keine „wettbewerbsgerechte Belegung“ bestätigen, schreibt Blume laut Spiegel.

Zwischen 2031 und 2034 soll die Autoproduktion in diesen Werken auslaufen. Eine simple Werksschließung stellt Blume aber offenbar nicht als Wunschlösung dar. Er spricht von „intelligenten Lösungen“ – etwa alternativen Nutzungskonzepten oder möglichen Partnern.

Aufsichtsrat stoppt Blumes Zukunftsplan vorerst

Erst am vergangenen Donnerstag hatte Blume seinen Zukunftsplan im Aufsichtsrat zur Abstimmung gestellt. Dort scheiterte er am Widerstand der Arbeitnehmerseite und des Landes Niedersachsen.

Die Entscheidung ist damit vertagt, aber nicht vom Tisch. Über den Sommer sollen die Verhandlungen weitergehen. Für Zehntausende VW-Beschäftigte bleibt die wichtigste Frage offen: Wie hart trifft der Sparkurs den Konzern am Ende wirklich?

Verwendete Quelle: Spiegel