Drohen jetzt Lieferengpässe?Neue Iran-Eskalation! US-Angriffe lassen Öl teurer werden

Kinder waten im Wasser. Im Hintergrund liegen vor Anker befindliche Frachtschiffe in der Straße von Hormus. (zu dpa: «Sorge vor US-Angriffen überschattet Staatsbegräbnis im Iran») +++ dpa-Bildfunk +++
Der Iran blockiert die Straße von Hormus nach eigenen Angaben.
picture alliance/dpa/ISNA/AP / Amirhosein Khorgooi

Die USA und der Iran attackieren sich erneut heftig, der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus kommt fast zum Erliegen. Die Stabilisierung des Ölpreises gerät damit ebenso unter Beschuss.

Nach einer neuen Welle von US-Militärschlägen gegen den Iran haben die Ölpreise am Morgen um mehr als vier Prozent zugelegt. Die Eskalation im Persischen Golf schürte Sorgen vor Lieferengpässen und drückte auf die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg auf 79,40 Dollar. Zuvor hatte der Iran bereits behauptet, die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus geschlossen zu haben, was die globalen Inflationsrisiken erneut befeuerte.

Das US-Militär attackierte in der Nacht nach eigenen Angaben bei einer neuen Angriffswelle gegen den Iran Dutzende Ziele. Das Ziel der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Angriffe sei gewesen, die Fähigkeit des Iran einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom bei X mit. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten nach Angaben von Staatsmedien, sie hätten US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain angegriffen.

Am Wochenende hatte Teheran bereits seine Angriffe auf Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeweitet, während die USA weitere Schläge gegen den Iran flogen. Trump sagte am Sonntag, die Straße von Hormus sei für den kommerziellen Verkehr geöffnet. Der Iran hatte jedoch erklärt, die Meerenge geschlossen zu haben, nachdem ein Schiff auf einer nicht genehmigten Route unterwegs war und getroffen wurde. Am Sonntag durchfuhren nach Daten des Schiffsverfolgungsdienstes Kpler nur sechs Schiffe die Meerenge, die niedrigste Zahl seit fünf Wochen.

Die eskalierenden Angriffe stellen die Zukunft des im vergangenen Monat unterzeichneten vorläufigen Abkommens zwischen den USA und dem Iran infrage. IG-Marktanalyst Tony Sycamore sagte, der relativ verhaltene Anstieg der Ölpreise deute darauf hin, dass der Markt die derzeitige Zuspitzung als Eskalation innerhalb einer brüchigen Waffenruhe und nicht als vollständigen Zusammenbruch des Waffenstillstands betrachte.

Verwendete Quellen: chl/rts/AFP