Schokolade, Eier, Eingemachtes & Co.

Schluss mit Lebensmittel-Mythen: So lange sind Produkte noch genießbar

Ist das noch essbar? Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, muss man Lebensmittel noch lange nicht wegwerfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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10. November 2019 - 17:11 Uhr

Geld sparen und Lebensmittel retten

Das Mindesthaltbarkeitsdatum von der Packung Joghurt ist seit zwei Wochen abgelaufen. Muss der deshalb weggeschmissen werden? Nein. "Wenn der noch gut aussieht, gut riecht und schmeckt, kann man den auch essen", erklärt Janina Delp von der Initiative "Zu gut für die Tonne".

Positiv sei, dass einige Hersteller inzwischen neben dem Aufdruck "Mindestens haltbar bis" den Zusatz "oft länger gut" angeben: "Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum, und wir begrüßen daher Initiativen, die genau darauf aufmerksam machen", sagt Delp.

Nutzen Sie Ihre Sinne: Ansehen, Riechen, abtasten

1. Quark: Auch wenn sich auf Quark schon Flüssigkeit abgesetzt hat, müsse man keine Angst haben. Das sei unbedenklich, weil es sich um natürliche Molke handelt, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Checkliste mit 30 Lebensmitteln.

2. Kartoffeln: Weitere Anregungen gibt es etwa für schrumpelige Kartoffeln: Aus ihnen lässt sich noch wunderbar Püree machen. Wenn kaltgepresstes Öl flockt, kann man es unbedenklich weiterverwenden - es hat nur zu kalt gestanden.

3. Eier: Auch abgelaufene Eier müssen nicht im Abfall landen. Sie taugen sicher nicht mehr fürs Tiramisu, aber noch prima zum Backen. Zudem hilft hier ein Wasserglas-Test: Das Ei in ein Glas mit Wasser legen. Frische Eier bleiben unten. Richtet es sich auf, ist es etwas älter, aber noch genießbar. Schwimmt es oben, sollte es entsorgt werden.

braune Bio-Eier mit Herkunftsstempel in einem Eierkarton, Herkunftsland Deutschland, Deutschland | brown organic eggs, Germany | Verwendung weltweit
Der Stemple verrät woher das Ei kommt. Der Wasserglas_Test zeigt, ob es noch genießbar ist.
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4. Brot: Mal wieder die zwei Brötchen vom Vortag nicht gegessen? Auch das liegen gebliebene Baguette ist zum harten Knüppel mutiert? In kleine Würfel geschnitten wird es schnell zu leckeren Croutons, die über einen Salat gewürfelt werden können.

5. Einweck-Gläser: Und was ist mit Gläsern voll von eingewecktem Obst, die schon seit Jahren im Keller stehen? "Das hält sich sogar länger als Eingefrorenes", beruhigt Bischoff. Beim Einwecken werden Keime und Bakterien abgetötet.

"Wenn sich der Deckel nicht wölbt, kein Schimmel zu sehen und das Obst nicht zerfallen ist, kann man es ruhig noch verwenden." Da Farbe und Aroma meist gelitten haben, würde sie die Früchte mit in den Rührkuchen geben: "Am besten Schokorührkuchen. Da sieht man das nicht."

6. Marmelade: Hitze und Zucker bestimmen, wie lange Marmelade haltbar ist: Werden die Früchte kalt püriert und gezuckert, hält die Marmelade bis zu zwei Wochen im Kühlschrank, so die Experten von "Zu gut für die Tonne".

Werden die Früchte aber auf dem Herd eingekocht, lässt sich die Marmelade bis zu einem Jahr an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Verfärbt sich hausgemachte Marmelade nach einigen Monaten durch Lichteinfluss leicht braun oder grau, hat das Licht lediglich die natürlichen Farbstoffe zerstört. Der Geschmack sei aber noch unverändert.

Leckeres Schokoladen-Rezept

7. Schokolade: "Zu Gut für die Tonne" hat zusammen mit der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Berlin-Brandenburg ein Rezept entwickelt, wie alte oder ergraute Schokolade eine neue Bestimmung findet. Aus 200 Gramm davon lassen sich neun süße Brötchen zaubern.

Und so geht's: Schokolade zerkleinern und in einen gut durchgekneteten Teig aus 500 g Mehl, 25 g Hefe, je 50 g Zucker und Butter, einem Ei, 150 ml Wasser, einem Teelöffel Salz und je einem Spritzer Zitronen- und Vanillearoma und 100 ml kalter Milch geben.

Nach einer Ruhezeit von 10 Minuten eigroße Kugeln formen und in einen 30 Grad warmen Ofen stellen. Während des 30-minütigen Gärens mehrmals mit Wasser bestreichen. Sind die Kugeln auf Brötchengröße gewachsen, aus dem Ofen nehmen und mit einem Geschirrtuch abdecken. Nochmals mit Wasser bestreichen und die Brötchen 16 Minuten bei 210 Grad backen. Anschließend mit flüssiger Butter bepinseln und mit Zucker bestreuen.

Quelle: DPA/ RTL.de