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Jod, Fluorid und Folsäure: Nicht immer ist ein Zusatz sinnvoll!

Worauf Sie beim Salzkauf unbedingt achten sollten!

Salz ist aus der Küche nicht wegzudenken.
Salz ist aus der Küche nicht wegzudenken.
© istock

24. März 2021 - 11:18 Uhr

Nährstoff-Zusätze in Salz sinnvoll?

Es hat zentrale Funktionen in unserem Körper und verleiht vielen Speisen das gewisse Extra: Salz ist aus unserer Ernährung und der Küche nicht wegzudenken. Viele greifen dabei zu Jod-Salz. Doch auch andere Nährstoffe wie Fluorid oder Folsäure werden Kochsalz zugesetzt. Wie sinnvoll sind solche Anreicherungen von Speisesalz? Ernährungsexpertin Nora Rieder erklärt, worauf Sie beim Salzkauf achten sollten.

Das ist der Grund für die Nährstoff-Anreicherungen von Salz

Wer im Supermarkt oder Discounter vor dem Salzregal steht, findet dort neben herkömmlichem Kochsalz (Natriumchlorid) auch Salz mit Anreicherungen wie Jod, Fluorid oder Folsäure. Vor die Qual der Wahl gestellt fragen sich viele: Welches Salz soll ich denn nun kaufen? Benötige ich die Zusätze überhaupt?

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Ernährungsexpertin Nora Rieder erklärt, warum Salz mit den verschiedenen Nährstoffen angereichert ist. "Die Anreicherung von Salz dient in erster Linie dazu, einer Unterversorgung der Bevölkerung entgegenzuwirken", so die Expertin. "Jod beispielsweise hat eine zentrale Funktion für den Aufbau der Schilddrüsenhormone. Diese steuern unseren Energiestoffwechsel, die Wärmeregulation des Körpers, tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems und der Haut bei sowie steuern auch unseren Blutdruck", erklärt Rieder. "Ein Jodmangel kann sich in Form von Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen, Gewichtszunahme, trockener Haut oder Haarausfall", erläutert Rieder. Außerdem könne sich die Schilddrüse vergrößern, was sich in Form eines Kropfes bemerkbar mache.

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Darum ist die Verwendung von Jodsalz sinnvoll

"Vor allem in Schwangerschaft, Stillzeit und im Säuglingsalter kann eine Unterversorgung mit Jod schwerwiegende Folgen haben. So erhöht ein Mangel in der Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten und kann langfristige Entwicklungs- und Funktionsstörungen des Fötus und Säuglings nach sich ziehen", so die Expertin weiter. Deshalb gehöre Jod – wie auch Folsäure und Vitamin B12 – zu den Nährstoffen, die während der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit substituiert werden müssten.

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"Pro Tag sollten gesunde Erwachsene etwa 200 µg Jod über die Ernährung aufnehmen. Jodquellen sind in erster Linie Seefisch, Algen und sonstige Meeresfrüchte", so Rieder. 100 Gramm Seelachs enthielten 65 Mikrogramm Jod, 100 Gramm Miesmuscheln etwa 150 Mikrogramm Jod. Da mittlerweile jedoch auch Tierfutter Jodsalz zugesetzt werde, lieferten zwar auch Milch- und Milchprodukte, Eier, Fleisch und Wurst Jod. "Dennoch würde ich die regelmäßige Verwendung von Jodsalz definitiv empfehlen. Vor allem Vegetarier und Veganer sollten Jodsalz, das zwischen 15 und 25 Mikrogramm Jod pro Gramm Salz enthält, standardmäßig verwenden", rät Rieder.

Bei Fluorid gilt: "Viel hilft nicht immer viel"

Das Spurenelement Fluorid wird für Knochenbildung und -wachstum benötigt und hat eine zentrale Funktion bei der Mineralisierung der Zähne. "Eine ausreichende Fluoridzufuhr kann das Kariesrisiko senken", sagt Rieder. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen eine tägliche Zufuhr von 3,1 Milligramm und Männern eine tägliche Zufuhr 3,8 Milligramm Fluorid pro Tag.

In Deutschland ist die Fluoridierung des (jodierten) Speisesalzes seit 1991 in Deutschland zugelassen. "Ein Gramm fluoridiertes Speisesalz enthält 0,25 Milligramm Fluorid", so Rieder. Ob Sie Salz mit Fluoridzusatz verwenden sollten, hängt unter anderem vom Fluoridgehalt Ihres Leitungswassers ab", erklärt die Ökotrophologin. "Liegt dieser unter 0,7 Milligramm pro Liter, ist die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz sinnvoll".

Vermeiden sollten Sie aber auch eine Überversorgung mit Fluorid durch Kombination mehrerer fluoridhaltiger Nahrungsergänzungsmittel. "Wer zum Beispiel Fluoridtabletten einnimmt oder fluoridierte Zahnpasta verwendet, benötigt nicht noch zusätzlich entsprechendes Salz." Denn dann könne es schlimmstenfalls zu einer Fluoridüberdosierung kommen, die sich durch bräunliche Zahnverfärbungen, Gelenkveränderungen, erhöhter Knochenbrüchigkeit und Nierenschäden äußern könne. "Viel hilft nicht immer viel. Wer sich unsicher ist, kann seinen Fluoridstatus von seinem Hausarzt bestimmen lassen", rät die Expertin.

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Folsäure bevorzugt über frische Lebensmittel zuführen

Bei Folsäure handelt es sich um ein B-Vitamin, das aufgrund seiner zentralen Funktionen für die Blutbildung wichtig ist", erklärt Rieder. "Vor allem in der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung mit Folsäure wichtig, da sich die Wirbelsäule des Ungeborenen ansonsten nicht richtig schließen und es zu einem sogenannten offenen Rücken (Spina bifida) kommen kann", so Rieder weiter.

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Die DGE empfiehlt Kindern ab 13 Jahren und Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 300 Mikrogramm Folat pro Tag", so Rieder. In Deutschland seien etwa 75 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend mit Folsäure versorgt. "Um die Versorgung mit dem wichtigen Vitamin zu verbessern, wird zunehmend auch Salz mit Folsäure angereichert", so die Expertin. Dabei enthielten 100 Gramm Salz 10 Milligramm Folsäure. "Den Folsäure-Zusatz erkennt man an der leicht gelblichen Farbe des Salzes", so Rieder.

Für eine effektive Verbesserung der Folatversorgung sei Salz mit Folsäure allerdings nicht geeignet, da die Zufuhr durch angereicherte Lebensmitttel unkontrolliert erfolge, wie das Bundesinstitut für Risikobwertung (BfR) erklärt. "Daher sollten Sie besser zu natürlichen Folsäure-Quellen wie grünes Gemüse wie Spinat und Brokkoli, aber auch Tomaten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten greifen und Salz mit Folsäure lediglich als Ergänzung sehen", rät die Expertin.

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