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Sachsen-Anhalt: Deshalb sind Ampelfrauen verboten

Diskussion in Sachsen-Anhalt

Deshalb sind Ampelfrauen verboten

Aus für die Haller Ampelfrau? Ampelfrauen sind anderswo kein Problem
01:19 min
Ampelfrauen sind anderswo kein Problem
Aus für die Haller Ampelfrau?

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Ampelfrauen statt Ampelmännchen?

Rot heißt stehen, grün heißt gehen - das kennt wohl jeder. Wem die reine Farbenlehre nicht reicht, kann sich beim Überqueren der Straße zudem an den Ampelmännchen orientieren. Aber warum geben an Fußgängerampeln eigentlich Männer den Takt vor? Weshalb Ampelfrauen vor allem in Sachen-Anhalt ein Problem sind, sehen Sie im Video.

Sachsen-Anhalt will keine Ausnahmeregelungen

2019 beantragte die Landeshauptstadt Magdeburg, die Ampelfrauen wieder installieren zu dürfen. Doch das Landesverwaltungsamt von Sachsen-Anhalt lehnte ab. Auch die letzten Ampelfrauen, die zum Beispiel noch am Steintor in Halle existieren, sollen weg. Der Grund: Es dürfen keine Ausnahmeregelungen erteilt werden.

Weiter heißt es, dass „Verkehrszeichen eine eindeutige Aussage treffen und schnell auf den ersten Blick für jedermann verständlich erkennbar sein müssen“. Die Verwendung von Phantasiezeichen könne hingegen „zu Irritation bei den Verkehrsteilnehmern führen“.

In der Bundestagsdrucksache wiederum wurde auf eine allgemeine Verwaltungsvorschrift verwiesen, in der lediglich aufgeführt ist, dass „das rote Sinnbild einen stehenden, das grüne einen schreitenden Fußgänger zeigen“ muss. Deswegen wurde bereits im November 2004 in der sächsischen Stadt Zwickau eine Fußgängerampel mit einer Ampelfrau in Betrieb genommen.

Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen kämpft für Ampelfrauen

Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen, SPD-Gleichstellungssprecherin und Landtagsabgeordnete Sachsen-Anhalts, will für die Ampelfrauen in ihrem Bundesland kämpfen. „Für mich sind Fußgänger Männer sowie Frauen und ich finde deswegen nur konsequent, wenn auf den entsprechenden Symbolen Frauen genauso stattfinden wie die Männer“, sagt sie im Interview mit RTL. Dass in anderen Städten Ampelfrauen existieren und in Magdeburg nicht, könne sie nicht verstehen.

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Weg vom klassischen Ampelmännchen

Diskussionen um Ampelmännchen haben in Deutschland beinahe schon Tradition. Bereits in der DDR musste das berühmte, 1969 eingeführte grüne Ampelmännchen aus ideologischen Gründen von rechts nach links statt, wie üblich, von links nach rechts laufen.

Nicht nur Frauen statt Männer ist das Motto: Ohnehin wollen immer mehr Städte weg vom klassischen Ampelmännchen. So gibt es in Darmstadt zum Beispiel die „Heinerampeln“, in Bremen weisen die Stadtmusikanten über die Straße und im hessischen Friedberg fungiert Elvis Presley als Ampelmännchen. In Bielefeld gibt es sogar gleichgeschlechtliche Ampeln .