RTL-Forsa-Umfrage

AstraZeneca in der Vertrauenskrise - Deutsche setzten inzwischen auf russisches Sputnik V

AstraZeneca in der Vertrauenskrise.
AstraZeneca in der Vertrauenskrise.
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01. April 2021 - 12:32 Uhr

Forsa-Umfrage: Mehrheit dafür, dass sich ältere Politiker mit AstraZeneca impfen lassen sollten

Als leicht lagerbares und günstiges Präparat wurde der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca populär unter den Gesundheitsexperten und Regierungschefs der Länder. Auch die Bundesregierung setzte auf das Vakzin, um die eigene Impfkampagne zu beschleunigen. Doch die Berichte über Nebenwirkungen strapazieren das Vertrauen in den Wirkstoff zunehmend. Am Dienstag beschlossen Bund und Länder deshalb, vorerst die Altersgruppe ab 60 mit dem Präparat zu impfen – Jüngere können es auf eigenes Risiko nehmen. Wir haben die Deutschen in einer aktuellen Blitzforsa-Umfrage gefragt, ob sie sich mit AstraZeneca impfen lassen würden. Und, wie die Meinung zum russischen Impfstoff Sputnik V ist.

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AstraZeneca-Akzeptanz bei Männern höher

Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) der Impfbereiten will sich mit dem Wirkstoff von AstraZeneca impfen lassen, sobald dies möglich wäre. 44 Prozent dieser Befragten würden ein solches Impfangebot im Moment ablehnen. Bei Männern ist die Akzeptanz zudem mit 60 Prozent höher als bei Frauen (43 Prozent). Das könnte damit zusammenhängen, dass laut Berichten Frauen häufiger von Nebenwirkungen betroffen sind.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte vor wenigen Tagen vorgeschlagen, Vorbilder wie Politiker ganz gezielt mit AstraZeneca impfen zu lassen, um das Vertrauen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Laut Forsa finden 63 Prozent der Befragten den Vorschlag gut. 28 Prozent finden, dass ältere Politiker diesbezüglich nicht als Vorbild dienen sollten.

Mehrheit der Ostdeutschen wollen sich mit "Sputnik V" impfen lassen

Laut der Forsa-Umfrage ist die Akzeptanz für den russischen Impfstoff "Sputik V" gestiegen. Aktuell wollen sich 57 Prozent aller Befragten mit dem Wirkstoff impfen lassen, sobald dieser in der EU und Deutschland zugelassen wird. Anfang Februar waren es noch 45 Prozent. 30 Prozent würden sich nicht damit impfen lassen. Dabei ist die Impfbereitschaft bei den Ostdeutschen (69 Prozent) wesentlich höher als unter den Westdeutschen (55 Prozent).

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Meisten Deutschen glauben dem Impf-Versprechen der Bundesregierung nicht

Ähnlich wie vor einer Woche ist eine große Mehrheit (75 Prozent) der Deutschen für eine Lockerung der Impfreihenfolge, die bislang zunächst eine Impfung von Risikogruppen und medizinischem Personal vorsieht. 22 Prozent fänden es nicht gut, jetzt von der bisherigen Impfreihenfolge abzuweichen.

Weiterhin meinen die meisten Deutschen (74 Prozent), dass das Versprechen der Bundesregierung, jedem Bürger in Deutschland bis zum 21. September ein Impfangebot machen zu können, nicht eingehalten werden kann. Lediglich 23 Prozent glauben noch daran.

Generell ist die Impfbereitschaft in Deutschland weiterhin groß. Zwölf Prozent der Befragten geben an, dass sie bereits gegen Corona geimpft wurden. 69 Prozent wollen sich impfen lassen, sobald sie die Möglichkeit haben. Zehn Prozent möchten lieber erst einmal abwarten und acht Prozent wollen sich gar nicht dagegen impfen lassen.

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