Felix Görner analysiert Monza-GP

RTL-Experte schwärmt: So wie Mick Schumacher jetzt fährt, verdient er sich eine Formel-1-Zukunft

 Formula 1 2022: Italian GP AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 11: Mick Schumacher, Haas F1 Team, on the grid during the Italian GP at Autodromo Nazionale Monza on Sunday September 11, 2022 in Monza, Italy. Photo by Andy Hone / LAT Images I
Steigt Mick Schumacher auch im kommenden Jahr regelmäßig aus einem Formel-1-Boliden?
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Von Felix Görner

Der niederländische Partycrasher Max Verstappen hat Ferrari den ersehnten Heimsieg versaut - und könnte schon beim nächsten Rennen erneut den WM-Titel holen. Ein Sonderlob verdienen sich Mick Schumacher und Rookie Nyck de Vries. Unsere Analyse des F1-Klassikers in Monza.

Unwürdiger Tiefschlaf-Modus von den Streckenposten

 Formula 1 2022: Italian GP AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 10: Daniel Ricciardo, McLaren MCL36, leaves the garage during the Italian GP at Autodromo Nazionale Monza on Saturday September 10, 2022 in Monza, Italy. Photo by Steven Tee / L
Daniel Ricciardos Wagen stand am Ende fatal im Weg.
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Es ist ein Stich ins rote Ferrari-Herz von König Max! Es geht für Max Verstappen nun ins erste Finale um den WM-Titel in Singapur. In Monza gab es nun kein richtiges Finale, weil auch Bernd Mayländer im Safety Car den Niederländer nicht stoppen konnte. Bei manch einem Fan dürfte die Sehnsucht nach dem früheren Rennleiter Michael Masi aufgekommen sein. Aber der war nicht da. Deswegen gab es am Ende ein Rennen im Bummelzug-Tempo. Das war unbefriedigend für Charles Leclerc und die Fans.

Lese-Tipp: Kritik am Rennende: So verteidigt die Formel 1 die Bummelfahrt ins Ziel

Der Abschleppwagen, der Daniel Ricciardo nach seinem Defekt von der Strecke ziehen sollte, war definitiv kein Ferrari. Sonst hätte das Rennen noch ein würdiges Ende bekommen. So etwas muss von den Streckenposten künftig schneller geregelt werden und nicht im Sonntagnachmittag-Tiefschlaf-Modus.

Verstappen und Red Bull im Überschall-Tempo

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Verstappen? Nicht zu stoppen.
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Zurück zum WM-Rennen: König Max hat die Chance, sich bereits in Singapur erneut zu krönen. Verstappen und Red Bull sind aktuell im Überschall-Tempo unterwegs. Sechs Rennen vor Schluss könnte der Niederländer den Titel holen - das ist unfassbar schnell. Und es winken Rekorde. Elf Siege in 16 Rennen, das hat die Dimensionen von Michael Schumacher damals oder von Sebastian Vettel zu seinen Glanzzeiten.

Lese-Tipp: Demütigung für Ferrari: "Max hat es wieder locker geschafft"

Das waren außergewöhnliche Saisons und so ist es auch bei Verstappen. Er ist auf dem Weg, ein Serien-Monster in Sachen Titel zu werden. Sein fünfter Rennsieg in Folge ist das Zeugnis seiner monumentalen Leistungen. Er fährt in einem blauen Auto und sorgt für blaue Wunder. Es ist nicht unrealistisch, dass die Weltmeisterschaft nach Singapur bereits erledigt ist.

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Bei Ferrari lässt sich nichts schönreden

 Formula 1 2022: Italian GP AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 11: Jost Capito, CEO, Williams Racing, and Nyck de Vries, Williams Racing, celebrate after the latter secures points on his F1 race debut during the Italian GP at Autodromo Nazi
Nyck de Vries mischt die Formel 1 mit einem bemerkenswerten Auftritt auf.
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Was noch auffiel: Die Piloten, die für 2023 noch ohne Formel-1-Cockpit sind, fahren sich die Seele aus dem Leib. Deswegen gibt es auch ein Extralob für Mick Schumacher. Bei seinen Manövern gegen Nicholas Latifi hat man gesehen, wie sehr er um seinen Platz in der Formel 1 kämpft. Und so wie Schumacher jetzt fährt, hat er sich diesen Platz verdient. Der Druck ist immens und er schafft es auf Platz 12 in einem Auto, das viel, viel schlechter ist als das von Latifi. Wenn Mick den Kontrahenten dann überholt und so überzeugend überholt, dann ist das wirklich gut.

Auch Nyck de Vries fährt um ein Cockpit und sein Debüt-Rennen in Monza mit zwei Punkten war natürlich ein Bewerbungsschreiben in Sachen Formel 1. Da wird Williams-Teamchef Jost Capito ganz genau hinschauen, denn de Vries könnte eine echte Alternative zu Latifi sein - und auch zu Mick Schumacher, der ja bei Williams gehandelt wird. Für den Deutschen wird der Zukunftskrimi zur zermürbenden Hängepartie. Die Beteiligten, vor allem Haas-Teamchef Günther Steiner und Mattia Binotto von Ferrari, werden sich das noch zwei, drei Rennen anschauen. Dann wird die Entscheidung fallen, wohin es mit Mick geht. Er wird sicherlich heftig versuchen, bei Alpine anzudocken, um aus dem Ferrari-Strudel herauszukommen.

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Apropos Ferrari: Eine solche Leistung in Monza, noch dazu von der Pole, erinnert an einen Schoßhund im eigenen Hause. Zu lieb, zu nett, zu schläfrig - bei der Strategie, bei der Leistung im Vergleich zu Verstappen. Das ist zu wenig. Damit wird man dann eben nur Zweiter. Das passt zu einer durchwachsenen Ferrari-Saison, die man nicht schönreden kann.

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