Teure ScheidungTrennung von Skandal-Rapper Kanye West könnte Adidas ein Vermögen kosten
Der Streit mit Kanye West kommt Adidas offenbar teuer zu stehen. Die Scheidung von dem umstrittenen Rapper könnte das ganze Unternehmen in die roten Zahlen drücken. Der Grund: Die gemeinsam herausgegebenen Yeezy-Schuhe.
Hohe Gewinne mit Yeezy-Schuhen
Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Rapper Kanye West droht dem Sportartikelhersteller Adidas in diesem Jahr ein Verlust. Das Betriebsergebnis könne mit bis zu 700 Millionen Euro ins Negative rutschen, sollte der Umsatz mit Yeezy-Produkten - die in Zusammenarbeit mit West entstanden waren - ganz wegfallen und das Geschäft komplett abgeschrieben werden müssen, teilte Adidas am Donnerstag mit.
Der zweitgrößte Sportartikelhersteller hinter Nike kündigte die Zusammenarbeit mit dem Musiker und Modedesigner auf, nachdem sich dieser wiederholt antisemitisch geäußert hatte.
Lese-Tipp: Nach antisemitischen Äußerungen: Adidas kündigt Partnerschaft mit Kanye West
Die Yeezy-Reihe trug 1,2 Milliarden Euro zum Umsatz und 500 Millionen Euro zum Betriebsergebnis bei. Wenn dieses Geschäft wegfällt, erwartet der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach ein Betriebsergebnis von plus/minus null.
Sollte man unwiderruflich beschließen, den Bestand an Yeezy-Produkten nicht mehr zu verwenden, würde dies die Abschreibung nach sich ziehen und das Ergebnis um weitere 500 Millionen Euro schmälern. Zudem gäbe es dann einmalige Kosten bis zu 200 Millionen Euro.
Neuer Adidas-Chef soll Marke stärken
„Die Zahlen sprechen für sich selbst. Wir sind derzeit nicht so leistungsfähig, wie wir sein sollten“, sagte Adidas-Chef Bjørn Gulden. 2023 werde ein Übergangsjahr sein, um wieder ein wachsendes und profitables Unternehmen zu werden. Adidas wolle sich auf Verbraucher, Sportler, Einzelhandelspartner und Mitarbeiter fokussieren. Die Marke solle gestärkt sowie Produktentwicklung und Vertrieb verbessert werden. „Wir müssen die Teile wieder zusammensetzen, aber ich bin überzeugt, dass wir Adidas wieder zum Strahlen bringen. Aber dafür werden wir etwas Zeit brauchen“, sagte Gulden.
Der Norweger war zu Jahresbeginn vom Lokalrivalen Puma zu Adidas gekommen und hatte an der Spitze des Drei-Streifen-Konzerns den Dänen Kasper Rorsted abgelöst. Rorsted waren eine Fokussierung auf den einst gewinnträchtigen chinesischen Markt sowie weitere strategische Fehler angelastet worden. Er musste im vergangenen Jahr mehrmals die Prognose nach unten korrigieren.
Nach vorläufigen Zahlen legte der Umsatz von Adidas im vergangenen Jahr währungsbereinigt um ein Prozent auf 22,5 Milliarden Euro zu. Das Betriebsergebnis lag bei 669 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor standen noch fast zwei Milliarden Euro zu Buche. Auch unter dem Strich blieb Adidas weniger: Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank von knapp 1,5 Milliarden auf 254 Millionen Euro. (dpa/aze)
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