Schock für JüngereRente erst mit 70? Experten planen den großen Umbruch

Jeder tatsächliche Bezug einer Altersrente – ob Voll- oder Teilrente – kann zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen.
Die künftigen Briefe der Deutschen Rentenversicherung könnten bittere Nachrichten bedeuten (Symbolbild)
picture alliance/dpa / Daniel Karmann
von Luca Stark, Philip Scupin und Roger Saha

Die Renten-Reform könnte für Millionen Menschen richtig bitter werden.
Nach Informationen der Bild liegen erste Empfehlungen auf dem Tisch. Vor allem Jüngere müssten sich auf harte Einschnitte einstellen. Ein Mitglied der Rentenkommission widerspricht bei RTL.

Renteneintrittsalter soll schrittweise auf 70 Jahre steigen

Bis Ende Juni soll ein 13-köpfiges Expertengremium Vorschläge vorlegen, wie die knappe Rentenkasse stabilisiert werden kann. Noch tagt die Runde streng vertraulich. Doch laut der Zeitung zeichnen sich bereits echte Knaller ab.

Der wichtigste Punkt: das Renteneintrittsalter. Die Experten sollen demnach empfehlen, die Regelaltersgrenze schrittweise von 67 auf 70 Jahre zu erhöhen.

Ab Anfang der 2040er-Jahre könnte die Rente mit 68 kommen. Ab Anfang der 2050er-Jahre dann die Rente mit 69. Ab Anfang der 2060er-Jahre würde schließlich die Rente mit 70 folgen. Treffen würde das vor allem Menschen, die nach 1990 geboren sind.

Das Rentenniveau selbst soll sinken

Doch es geht nicht nur um längeres Arbeiten. Laut dem Bericht wollen die Experten auch das Rentenniveau nach 2031 absenken. Aktuell liegt es bei 48 Prozent. Schrittweise soll es auf 46 Prozent sinken.
Heißt konkret: Neurentner müssten mit etwas niedrigeren Bezügen rechnen, gemessen am Verhältnis von Durchschnittsrente zu Durchschnittslohn. Eine direkte Rentenkürzung wäre das nicht, die ist gesetzlich verboten. Die Hoffnung der Experten liegt woanders. Der Steuerzuschuss zur Rentenkasse, der aktuell bei mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr liegt, soll langsamer wachsen.

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Rente mit 63 und Mütterrente wackeln

SPD-Chefin Bärbel Bas in der Sendung „Frühstart” von RTL und ntv am 8. Mai 2026
Bundesarbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) erwartet von der Rentenkommission „eine ambitionierte Reform” (Archivbild)
RTL

Auch zwei besonders teure Renten-Bausteine stehen offenbar auf dem Prüfstand. Die Experten wollen laut Bild an die Rente mit 63 ran. Auch die Mütterrente wackelt. Wie genau die Empfehlung am Ende aussieht, ist aber noch offen.

Heftig diskutiert wurde dem Bericht zufolge auch eine Frage, die politisch immer wieder für Zündstoff sorgt. Sollen Beamte künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen? Die Mehrheit der Experten lehnt das offenbar ab. Die Begründung: Es bringe keine Entlastung, weil die Rentenkasse später auch für die Pensionen aufkommen müsste.

Am Ende wollen die Experten aber offenbar nicht nur eine Schock-Botschaft senden. Im Abschlussbericht soll auch stehen, dass die gesamte Altersvorsorge aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente in zehn bis 15 Jahren höher liegen könne als heute.

Lese-Tipp: Mächtiger CDU-Politiker befürwortet Rente mit 70

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Rentenkommission meldet sich zu Wort: Pascal Reddig widerspricht

Bundestag
Pascal Reddig (ganz rechts auf dem Foto) von der CDU ist Mitglied der Rentenkommission.
Michael Kappeler/dpa, Michael Kappeler

Ein Mitglied der 13-köpfigen Rentenkommission ist Pascal Reddig (CDU). Er sagt exklusiv zu RTL: „Ich kommentiere die besprochenen Inhalte der Kommission nicht, weil wir strikte Vertraulichkeit vereinbart haben. Allerdings kann ich sagen, dass der Bericht [gemeint ist der Bild-Bericht/ d. Red.] schon deshalb nicht zutrifft, weil wir bislang über die beschriebenen Punkte noch keine Beschlüsse getroffen haben.”

Auch ein weiteres Mitglied der Rentenkommission, das namentlich nicht öffentlich genannt werden will, widerspricht bei RTL: Der Bericht über einen Renteneintritt mit 70 stimme nicht.

Die Rentenkommission will ihre Vorschläge offiziell am 30. Juni vorstellen.

Quelle: Bild/ Dow Jones News/ rsa/ Dieser Artikel wurde aktualisiert