Grippewelle hat Deutschland im Griff

RKI: Corona-Winterwelle bleibt erstmal aus - aber viele Klinikeinweisungen wegen Atemwegsinfektionen

Frau liegt im Krankenhaus
"Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen mit schwerer akuter Atemwegsinfektion liegt insgesamt auf einem hohen Niveau", so das RKI (Symbolbild)
Tempura, iStockphoto

Nicht nur gefühlt ist gerade jeder krank: Viele Menschen haben mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen, manche müssen ins Krankenhaus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Werte so hoch wie sonst zu Hochzeiten schwerer Grippewellen. Aber eine gute Nachricht gibt es auch: Bei Corona bleibt eine klare Trendumkehr erst einmal aus.

Corona-Winterwelle bisher nicht ablesbar

Nach zwei Wintern mit weniger Erkältungs- und Grippeviren im Zuge der Corona-Pandemie sind in Deutschland derzeit außergewöhnlich viele Menschen wieder davon betroffen. „Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen mit schwerer akuter Atemwegsinfektion liegt insgesamt auf einem hohen Niveau, vergleichbar zum Wertebereich auf dem Höhepunkt früherer Grippewellen“, schreibt das RKI in seinem Covid-19-Wochenbericht von Donnerstagabend (08.12.2022).

Unterdessen ist ein Beginn der befürchteten Corona-Winterwelle in diesen Daten bisher nicht sicher ablesbar. Das RKI schreibt zwar von einer Zunahme der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche um acht Prozent. Ob es sich dabei um einen Trend handelt, könne aber noch nicht abschließend bestätigt werden. Zuletzt lagen die Werte längere Zeit auf ähnlichem Niveau.

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Experten befürchteten mehr anfällige Menschen in der Bevölkerung

Das RKI unterstreicht in seinem Bericht, dass für vorige Woche eine Zahl von insgesamt 9,5 Millionen akuten Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung angenommen werde - das sei über dem Niveau der Vorjahre zum Höhepunkt schwerer Grippewellen. Die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen wird auf zwei Millionen geschätzt - so viel wie „sonst nur in Spitzenwochen starker Grippewellen“. Neben verstärktem Transmissionsgeschehen könne der Wert aber auch damit zusammenhängen, dass Menschen bereits mit milden Symptomen zum Arzt gehen, hieß es.

Bei rund 330 stichprobenartig untersuchten Patientenproben aus Arztpraxen zeigte sich, dass vorrangig Grippe, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und „zu einem geringeren Teil“ Corona vorkamen. Das vollständige Geschehen lässt sich kaum erfassen.

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Höhepunkt der Grippewelle wird zum Jahreswechsel 2022/2023 erwartet

Die Grippewelle in Deutschland hat dieses Mal früh begonnen: nach RKI-Definition in der Woche bis 30. Oktober. In den beiden Wintern zuvor waren Wellen wegen der Pandemie und den dagegen getroffenen Maßnahmen weitgehend ausgeblieben. Experten befürchteten daher mehr anfällige Menschen in der Bevölkerung. Der Höhepunkt von Grippewellen wird normalerweise oft nach dem Jahreswechsel verzeichnet. Der Verlauf einer Saison gilt als schwer vorherzusehen. (nri/dpa)

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