"Könnte fulminanten Verlauf nehmen"

RKI-Chef Wieler warnt vor vierter Welle in Herbst und Winter

08. September 2021 - 12:48 Uhr

Impfaktionswoche startet nächste Woche

61,7 Prozent der Menschen in Deutschland sind bisher vollständig geimpft, 66 Prozent haben den ersten Pieks erhalten (Stand 08.09). "Zu wenig!", sagen Gesundheitsminister Jens Spahn und Lothar Wieler. Der RKI-Chef warnt sogar vor einer vierten Welle, die einen "fulminanten Verlauf" nehmen könnte. Deshalb soll eine Impfaktionswoche der schleppenden Kampagne neuen Schub verleihen.

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"Wir erleben eine Pandemie der Ungeimpften"

Für Gesundheitsminister Jens Spahn steht jetzt schon fest: "Wir erleben eine Pandemie der Ungeimpften". Die Infektionszahlen der nicht Geimpften sei zwölf bis 14 mal so hoch, als der Personen, die gegen Corona geimpft seien. Zudem seien die Intensivstationen zu über 90 Prozent von Ungeimpften belegt. Außerdem sei das Ja zum Pieks auch ein Gebot der Solidarität. "Jede einzelne Impfentscheidung entscheidet auch darüber, wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen", betonte Spahn.

Zu Fragen nach einem möglichen erneuten Lockdown, die ihm oft gestellt würden, sagte Spahn: "Die Debatte muss doch andersherum gehen: Wir haben das Mittel in der Hand, uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen". Man sei schon ein ganzes Stück vorangekommen, "aber wir müssen eben noch einige, viele weitere überzeugen, diesen Weg mit uns zu gehen."

Gleichzeitig nehme die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus müssen, seit einigen Wochen wieder zu, sagt RKI-Chef Wieler. "Wir erleben, dass besonders viele Menschen zwischen 35 und 59 Jahren im Krankenhaus liegen", schildert er. Und die seien überwiegend ungeimpft. Deshalb appellierte er an die Bürger: "Alle, die sich impfen lassen können, bitte lassen Sie sich impfen". Ab kommender Woche soll deshalb eine Aktion von Bund und Ländern geben, die Impfungen ankurbeln.

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Mehr Menschen zum Impfen bewegen

In der Woche vom 13. bis 19. September sollen an Sportplätzen, Supermärkten, Apotheken und Mehrgenerationshäusern die Arme hochgekrempelt werden, "jeder kann mitmachen und selbst eine Impfaktion organisieren", schreibt die Bundesregierung auf ihrer Webseite und Spahn betont: "Wir wollen die Anstrengungen noch einmal bündeln." Die Idee dahinter, Impfungen sollen ohne großen Aufwand in der Mittagspause oder nach Feierabend beim Einkaufen gemacht werden können. (xst)