Lage „dramatisch ernst“ wie nie

RKI-Chef Wieler erneuert Impf-Appell: "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?"

26. November 2021 - 10:49 Uhr

Wieler und Spahn geben Update zur Corona-Lage

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, appelliert, jetzt alles zu tun, um die vierte Welle zu brechen: "Wir müssen jetzt unsere Kontakte so weit es geht reduzieren." Er verweist darauf, dass bereits mehr als 100.000 Menschen in Deutschland seit Beginn der Pandemie ihr Leben verloren hätten. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?" fragt Wieler. "Was muss denn noch geschehen", damit alle daran mitwirken, das Virus zu bekämpfen?" Seine eindringliche Bitte um Impfung, Boostern und die Einhaltung der Maßnahmen – oben im Video.

Wieler über Südafrika-Variante "in sehr großer Sorge"

RKI-Chef Wieler äußerte sich auch zur besorgniserregenden, in Südafrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529. Diese ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden.

"Bis halb 10 ist mir nicht bekannt, dass in Europa oder in Deutschland diese Variante bislang gefunden wurde", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Zugleich betonte er: "Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge."

Spahn fordert vermehrt 2G plus und das Aus für Großveranstaltungen

Zu viele auch in politischer Verantwortung dächten, es werde schon gut gehen. Die Welle werde von den bisher stark betroffenen Regionen im Süden und Osten Deutschlands aber weiter gen Westen und Norden ziehen. Ganz kurzfristig mache jetzt nur eines den entscheidenden Unterschied, sagte der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn: "Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Es nützt alles nichts." Konkret nannte er konsequente Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene zusätzlich mit Test (2G plus), Absagen von Feiern und Großveranstaltungen.

Das beste wäre eine Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bund schon in den nächsten Tagen, sagte Spahn. Der Minister beklagte, dass man sich gerade auf zu vielen Nebenschauplätzen wie neuen Impfpflichten oder neuen Corona-Gremien verkämpfe. Notwendig sei jetzt auch, planbare Operationen in Kliniken zu verschieben. Innerhalb Deutschlands müssten nun bis zu 100 Intensivpatienten mit großem Aufwand in andere Krankenhäuser verlegt werden. (dpa/Reuters/ana)