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Rezeptfreie Medikamente: Diese Nebenwirkungen sollten Sie kennen

„Medikamente sind keine Gummibärchen“

Rezeptfreie Medikamente: Diese Nebenwirkungen sollten Sie kennen

Medikamente
Medikamente liegen auf einem Tisch. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

von Nele Balgo und Niklas Ullrich

Bei Rückenschmerzen , Kopfschmerzen oder allergischen Reaktionen ist die Hilfe nur wenige Klicks entfernt. Denn im Internet kann man rund um die Uhr schnell auf rezeptfreie Medikamente zurückgreifen und sich diese nach Hause liefern lassen. Doch was viele Menschen dabei außer Acht lassen: Eine gute Beratung über mögliche Nebenwirkungen ist wichtig und die bekommt man meist im Internet nicht, sondern nur in der Apotheke. Außerdem ist es ratsam, die Nebenwirkungen der gängigsten rezeptfreien Medikamente zu kennen.

Lese-Tipp: Diese Medikamente sollten Sie niemals zusammen einnehmen!

Nicht nur auf Tipps vom Nachbarn vertrauen

Das weiß auch Katrin Scheunemann-Lorra, Apothekerin und Inhaberin der Lichtenrader Apotheke in Berlin. Sie erklärt im RTL-Interview: „Die Beratung ist wichtig, denn rezeptfreie Medikamente können schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Besonders bei Menschen, die mehrere Medikamente bereits einnehmen. Medikamente sind natürlich keine Gummibärchen, die man wahllos einnehmen sollte.“

Besonders kritisch sieht sie es, wenn Menschen mit Beschwerden zu ihr kommen und ein bestimmtes Medikament kaufen wollen, von dem sie über einen Nachbarn oder aus der Werbung erfahren haben: „Wir raten auch von rezeptfreien Medikamenten ab, wenn wir die Vermutung haben, dass dahinter eine schwerwiegendere Erkrankung liegt und empfehlen dementsprechend den Besuch beim Arzt.“

Und weiter: „Sollte das Medikament nicht zu den Symptomen passen, weil der Tipp etwa von einem Dritten kam, verkaufen wir es natürlich auch nicht und versuchen, in einem Beratungsgespräch Näheres herauszufinden.“

Apothekerin
Katrin Scheunemann-Lorra weiß als Apothekerin genau, welche Nebenwirkungen auftreten können.
RTL

Beratung im Netz fehlt

Scheunmann-Lorra konnte in ihrer Apotheke zudem beobachten, dass - wohl durch die Corona-Pandemie - der Bedarf an rezeptfreien Medikamenten gegen Stress und Schlaflosigkeit angestiegen sei. Viele Patientinnen und Patienten würden sich aus Sorge nicht mehr in überfüllte Warteräume beim Arzt trauen und stattdessen lieber den Weg in die Apotheke suchen.

Wer also im Internet nach den gängigen rezeptfreien Medikamenten wie Ibuprofen sucht und anschießend bestellt, dem sollte bewusst sein, dass damit durchaus auch Nebenwirkungen einhergehen können.

Um keine böse Überraschung zu erleben, sollte man also die Nebenwirkungen seiner rezeptfreien Medikamente kennen. Dafür haben wir eine Übersicht der beliebtesten Medikamente, für die man kein Rezept benötigt, zusammengestellt:

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Auf diese Nebenwirkungen muss man bei Einnahme achten

Ibuprofen

Das Schmerzmittel kommt bei vielen Menschen gern bei Knieschmerzen, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen zum Einsatz. Weil das rezeptfreie Medikament aber zu einer Magenreizung bzw. einer Übersäuerung des Magens führen kann, können Sodbrennen oder auch Magenschmerzen auftreten.

Paracetamol

Es kommt ebenfalls als Schmerzmittel zum Einsatz und soll Schmerzen lindern und Fieber senken. Zwar greift Paracetamol nicht so sehr den Magen an, allerdings kann es nach Einnahme dazu kommen, dass die Leberfunktion beeinträchtigt wird.

Nasenspray

Nicht umsonst sagt man, dass Nasenspray süchtig machen kann. Denn nach erhöhtem Gebrauch kann es passieren, dass die Nasenschleimhaut zurückgeht und der Körper dadurch darauf reagiert, dass er mehr Schleim produziert. Dadurch hat man das Gefühl, als wäre die Nase wieder zu, und man greift wieder zum Nasenspray. Ein Teufelskreislauf also.

Aspirin

Dieses rezeptfreie Medikament wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und auch fiebersenkend und darf in vielen Hausapotheken nicht fehlen. Allerdings darf man die Nebenwirkungen nicht unterschätzen. Aspirin ist ebenfalls eine Herausforderung für den Magen und kann diesen sogar mehr reizen als Ibuprofen.

Thomapyrin

Zu den beliebtesten Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen oder Migräne gehört auch Thomapyrin. Aufgrund des Wirkstoffs Koffein, der in dem Medikament enthalten ist, gelangt es schnell in die Blutbahn und soll so schnellstmöglich helfen. Aufgrund Dessen kann aber auch ein sogenannter Kick-Effekt entstehen und man entwickelt eine Abhängigkeit, weil es angenehm zeitnah wirkt.

Medikamente nicht pausenlos einnehmen

Bei den freiverkäuflichen Medikamenten solle man zudem immer darauf achten, sie nicht allzu lange einzunehmen, betont Apothekerin Scheunemann-Lorra: „Die Anwendungszeit bei den Präparaten ist unterschiedlich. Ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt sollte man die Behandlung zeitlich begrenzen. Bei Erkältungsmitteln wie Sinupret ist eine Woche kein Problem, Ibuprofen dagegen sollte man nicht länger als drei bis vier Tage einnehmen. Danach muss geschaut werden, wo der Schmerz überhaupt herkommt.“