Sprecherin des chinesischen Außenministeriums wegen grotesker Aussage verspottet

Restaurants sollen Taiwans Zugehörigkeit zu China beweisen - "Gaumen betrügen nicht"

Chinese Foreign Ministry spokeswoman Hua Chunying holds a press conference in Beijing on Aug. 4, 2022. (Kyodo)==Kyodo / action press
Außenamtssprecherin Hua Chunying musste einigen Spott von Twitternutzern ertragen.
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Dass China Taiwan als eigenes Territorium betrachtet, ist nichts Neues. Dass der kleine Inselstaat Taiwan das anders sieht, auch nicht. Doch Hua Chunying, eine hochrangige Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, ist offensichtlich der Meinung, dass Restaurants belegen, dass Taiwan eben doch zu China gehört. Und übersieht dabei ein kleines, aber wichtiges Detail.

Klassische chinesische Küche in Taiwan

„Gaumen betrügen nicht. #Taiwan ist immer ein Teil von China gewesen“, schreibt sie auf dem in China eigentlich verbotenen Nachrichtendienst Twitter. Der Beweis: eine Karte der taiwanischen Hauptstadt Taipeh, auf der Restaurants markiert sind, die die klassische Küche der chinesischen Provinzen Shandong und Shanxi anbieten. Daraus leitet Hua offensichtlich ab, dass Taiwan zu China gehört. „Das lange verlorene Kind wird eines Tages heimkehren“, ergänzt sie noch.

Spott von Twitternutzern

Für die Äußerung bekommt Hua einigen Spott ab, berichtet unter anderem das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. So weisen Nutzer von Twitter darauf hin, dass es allein in Peking 17 McDonalds-Filialen, 18 Kentucky-Fried-Chicken, 129 Burger Kings und 19 Starbucks-Niederlassungen gebe. „Gaumen lügen nicht. #China war immer schon ein Teil Amerikas“, macht sich Nutzer @plasticreceiver lustig. Und andere Nutzer fragen, ob China jetzt schon Ansprüche auf Gebiete erhebe, die weit außerhalb des asiatisch-pazifischen Raumes liegen.

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Streit eskaliert nach Pelosi-Besuch

Hinter dem absurden Tweet steckt ein gefährlicher Streit: Denn China erhebt Ansprüche auf das deutlich kleinere Taiwan, sieht die Insel als eigenes Gebiet. Die USA wiederum unterhalten zwar keine direkten diplomatischen Beziehungen, haben dem Land allerdings Unterstützung zugesichert, sollte China die Insel angreifen.

Das heißt zwar nicht zwangsläufig, dass die USA mit eigenem Militär eingreifen würden, wohl aber umfasst die Zusage Waffenlieferungen. Nachdem die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, vergangenen Woche in das Land gereist war, spitzt sich die Situation aktuell weiter zu. China hält als Machtdemonstration ein Manöver vor der Insel ab. (eon)