Kleiner Junge (2) misshandelt und totgeschlagen

Bekannte der Mutter: Der Tod war für Tim eine Erlösung

Die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2020 in Sachsen-Anhalt
Die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2020 in Sachsen-Anhalt
© dpa, Hendrik Schmidt, hsc gfh dna

14. Dezember 2020 - 15:01 Uhr

Schicksal von Tim aus Querfurt macht fassungslos

Schwer misshandelt und dann totgeschlagen – das Schicksal des kleinen Tim (2) aus Querfurt (Sachsen-Anhalt) berührt und macht fassungslos. Die mutmaßlichen Täter: Tims Mutter Uta F. (36) und deren Lebensgefährte Dennis K. (30). Sie sitzen in U-Haft und schweigen. Anika T. (29), eine Bekannte von Uta F., glaubt: Der Tod war für den zweijährigen Jungen letztlich eine Erlösung.

Anika T.: Kinder waren auf sich allein gestellt

Nicht ihr Kind, sondern die Drogen hätten bei Tims Mutter an erster Stelle gestanden, berichtet Anika T. "Halb Querfurt" habe von den Problemen des Paares gewusst. Die Kinder seien zu einem großen Teil auf sich allein gestellt gewesen. "Sie war die meiste Zeit weg", erzählt Anika T., die selbst drei Kinder hat.

Tims Tod hat Anika T. schwer getroffen. Auf Facebook hat sie die Gedenkgruppe " Der kleine Tim aus Querfurt" gegründet. Um ein Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern zu setzen, hat sie mit einem Mitglied der Gruppe einen Regenbogen auf die Steine vor dem Haus gemalt, in dem der Junge starb.

Obduktionsergebnis brachte schockierende Details ans Licht

Uta F. aus Querfurt soll ihren Sohn Tim getötet haben
Uta F. steht im Verdacht, ihren 2-jährigen Sohn totgeschlagen zu haben.
© Privat

Das Obduktionsergebnis enthüllte, dass die letzten Stunden des kleinen Tim die Hölle gewesen sein müssen. "Das Kind ist – juristisch banal gesagt – totgeschlagen worden", sagte Staatsanwalt Klaus Wiechman dem MDR. "Hautunterblutungen, Verletzungen der inneren Organe, Unterblutungen am Kopf – die Verletzungen machen deutlich, dass das Kind ein Martyrium durchlitten haben muss. Das ist ganz massive Gewalt gewesen." Tim habe auch Verletzungen im Analbereich gehabt.

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Uta F. schwärmte auf Facebook von ihren Kindern

Auf Facebook präsentierte sich Uta F. als liebende Mutter. Dort postete sie Fotos, schwärmte von ihrer Tochter und dem kleinen Tim, bezeichnete ihn als "Sonnenschein". Unter ein weiteres Foto, auf dem der Junge in die Kamera lächelt, schrieb sie: "Da geht mein Herz auf".

Querfurter Nachbarn machen Jugendamt schwere Vorwürfe

Nachbarn berichten von monatelanger häuslicher Gewalt im Haus von Uta F., Dennis K. und den Kindern. Mehrfach habe Tims ältere Schwester um Hilfe geschrien, das Jugendamt aber nichts unternommen. Anika T. schlägt in eine ähnliche Kerbe und versteht nicht, weshalb offenbar weder Polizei noch Jugendamt eingriffen. "Die Kinder hätten rausgeholt werden müssen. Das hätte alles verhindert werden können", sagt die 29-Jährige.

Auf RTL-Anfrage war das Jugendamt nicht zu einem Interview bereit. Schriftlich hieß es: "Da der Vorfall in Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren steht, können zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskünfte gegeben werden." Ob strafbare Pflichtverletzungen seitens der Polizei oder des Jugendamts vorliegen, werde geprüft, erklärte die Staatsanwaltschaft auf RTL-Anfrage.

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