Nach Missbrauchsvorwürfen

Prozessbeginn gegen Prinz Andrew: Anwälte boykottieren erste Anhörung

14. September 2021 - 8:01 Uhr

Wendung im Fall der Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew

Im Fall der Klage von Virginia Roberts Giuffre (38) gegen Prinz Andrew (61) wegen sexuellen Missbrauchs fand am Montag (13. September 2021) ein erster Gerichtstermin in New York statt. Es geht laut "Guardian" bei der Vorverhandlung hauptsächlich um die Frage, ob die Klageschrift dem Prinzen ordnungsgemäß zugestellt wurde. Seine Anwälte bestreiten dies.

Andrews Anwälte wollen den angeblich Termin boykottieren

Laut Gerichtsakten wurde die Anklageschrift am 27. August dem Sicherheitschef in der Royal Lodge, Andrews Herrenhaus in Windsor, übergeben. Andrews Anwälte bestreiten deshalb die Korrektheit der Übergabe, da der Prinz die Dokumente nicht persönlich in Empfang nahm.

Nun versuchen die Verteidiger offenbar, die Zuständigkeit des New Yorker Gerichtes anzuzweifeln. "Wir bekräftigen, dass sich unser Mandant alle Rechte vorbehält, einschließlich der Anfechtung der Zuständigkeit der US-Gerichte (auch auf der Grundlage einer möglicherweise mangelhaften Zustellung)", heißt es in einer Mitteilung der Kanzlei Blackfords.

Nun wird Richter Lewis Kaplan vom US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York per Telefonkonferenz die Vorverhandlung leiten und feststellen, ob die Klageschrift korrekt zugestellt wurde.

Wie unter anderem die "Times" berichtet, boykottieren die Anwälte von Andrew das Treffen. Auch der Prinz werde wohl nicht erscheinen.

So lauten die Vorwürfe gegen den britischen Royal

Virginia Roberts Giuffre beschuldigt Prinz Andrew, sie zwischen 1999 und 2002 auf Grundstücken des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) sexuell missbraucht zu haben. Dabei sei sie noch minderjährig gewesen. Roberts Giuffre soll damals von Epstein, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden wurde, zur Prostitution gezwungen worden sein.

Der zweitälteste Sohn von Queen Elisabeth II. (95) bestreitet die Vorwürfe und gibt an, sich nicht an die Klägerin erinnern zu können.

(spot on news/nos)