Prozess in Lübeck

Aziz G. soll eine Studentin verschleppt, vergewaltigt und gefesselt haben

Prozess wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes.
© dpa, Georg Wendt, gwe gfh

23. April 2020 - 17:48 Uhr

43-jähriger Aziz G. wegen versuchten Mordes angeklagt

Für die junge Studentin sollte es im Oktober vergangenen Jahres einfach nur eine Partynacht werden. Doch sie endete grauenvoll. Als sie auf dem Heimweg der Studentenparty in Lübeck war, soll der Familienvater Aziz G. die Frau in seine Gewalt gebracht und auf einem Feld vergewaltigt haben. Anschließend soll er die 20-Jährige gefesselt und geknebelt an einem Gebüsch am Straßenrand hilflos zurückgelassen haben. Es war kalt in dieser Oktobernacht. Weil die Frau hätte sterben können, ist Aziz G. vor dem Landgericht Lübeck wegen versuchten Mordes angeklagt.

Autofahrer fand junge Frau nach Vergewaltigung in Lübeck

Studentin gefesselt in Lübeck gefunden.
Die Studentin wurde gefesselt in Lübeck gefunden.
© DNF

Die Studentin überlebte womöglich nur, weil ein Autofahrer zufällig am Straßenrand anhielt. Angeblich hörte er das Wimmern der Frau und holte Hilfe. Die 20-Jährige war nur leicht bekleidet, vermutlich wäre sie wenig später erfroren. Der mutmaßliche Täter wurde drei Wochen nach der Tat festgenommen.

Ist der Mann ein Serientäter?

Möglicherweise gibt es weitere Opfer von Aziz G.. Im September 2019, also nur kurz zuvor, soll der Familienvater eine 25 Jahre alte Studentin angegriffen und in seine Kleingartenparzelle verschleppt haben. Auch diese junge Frau soll auf dem Heimweg von einer Feier gewesen sein. Sie allerdings konnte sich befreien und fliehen.

Tagsüber Familienvater, nachts Vergewaltiger?

Bereits nach der Festnahme sprach die Ehefrau von Aziz G. mit RTL. Sie berichtete, dass ihr Mann den treusorgenden Ehemann mimte - die beiden haben drei Kinder. Doch er sei auch in der Ehe gewalttätig gewesen. Emine erzählte, dass ihr Mann am Tag nach der Tat ganz normal zur Arbeit gegangen sei. Dass er danach einfach seinen Alltag fortsetzte, als sei nichts gewesen – das sei das Schlimmste für sie.

„Ich will wissen, warum er das getan hat“

Jetzt will die Noch-Ehefrau des mutmaßlichen Vergewaltigers Antworten. Deshalb ist sie zum Prozessauftakt am Donnerstag gekommen. Doch sie darf nicht bleiben. Weil sie im Laufe des Prozesses noch als Zeugin aussagen muss, darf sie vorher nicht hören, was im Gericht besprochen wird. Doch eine Frage quält sie: "Hat er nie an seine Kinder gedacht oder an mich, bevor er diesen Fehler gemacht hat?" Ob sie Antworten findet, bleibt allerdings fraglich. Aziz G. schweigt bisher zu den Vorwürfen.