Lübeck: Polizei ermittelt wegen versuchten Tötungsdeliktes

Studentin gefesselt und geknebelt im Straßengraben gefunden

14. Oktober 2019 - 19:45 Uhr

Junge Studentin aus Lübeck erinnert sich an nichts

Die Polizei in Lübeck steht vor einem Rätsel. Was ist der 20-jährigen Studentin zugestoßen, die gefesselt und geknebelt in einem Straßengraben gefunden wurde? Die junge Frau kann sich nach eigener Aussage an nichts erinnern. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt wegen eines versuchten Tötungsdelikts und der versuchten Aussetzung mit Todesfolge.

Studentin an Händen und Füßen gefesselt im Straßengraben gefunden

Junge Studentin gefesselt in Gebüsch in Lübeck gefunden
In diesem Gebüsch in der Lübecker Feldmark kurz vor der Autobahnzufahrt Mönkhagen/Autobahn 20 wurde die junge Frau am Wochenende gefunden.
© RTL

Die 20-Jährige war am Samstagmorgen an Händen und Füßen gefesselt und mit einem Knebel im Mund von einem Angler aufgefunden worden, der sich im Gebüsch hatte erleichtern wollen. Die Studentin war an Geäst in dem Straßengraben zwischen Lübeck und Bad Segeberg festgebunden worden. Im Gesicht hatte sie laut Polizei erhebliche Verletzungen.

Polizei geht davon aus, dass die Studentin hätte erfrieren können

Dass sie überhaupt gefunden wurde, ist ein Glücksfall. Denn der Weg sei von der Landstraße nicht einsehbar und werde normalerweise nur für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, so Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck, zu RTL.

"Nach unserer Einschätzung hätte die junge Frau versterben können, wenn sie dort nicht zufällig gefunden worden wäre. Sie hätte sich dort nicht selbst befreien oder Hilfe holen können, auch konnte sie überhaupt gar nicht auf sich aufmerksam machen, weil sie ja geknebelt war", so die Sprecherin. Mit ihrer leichten Kleidung im kalt-nassen Herbstwetter hätte sie nach Ansicht der Behörden erfrieren können.

Wurden der jungen Frau K.o.-Tropfen verabreicht?

Club "Kulturwerft Gollan" in Lübeck
In diesem Club im Lübecker Industriegebiet soll die junge Frau eine Party besucht haben. Was danach geschah, ist unklar.
© RTL

Die junge Frau war am Abend vor der Tat auf einer Erstsemesterparty in der Lübecker Einsiedelstraße unterwegs. Daran habe sie auch noch Erinnerung, so die Staatsanwaltschaft. Doch wann und mit wem sie die Party dann verlassen habe, wisse sie nicht. Die Polizei ermittelt derzeit zu dem Verdacht, dass die Studentin mit K.o.-Tropfen betäubt worden sein könnte. Allerdings ist es schwierig, das nachzuweisen - häufig sind die Substanzen bereits nach einigen Stunden nicht mehr im Blut zu finden.

Zwischen dem Club in der Einsiedelstraße und dem Fundort der Studentin in der Lübecker Feldmark liegen über acht Kilometer. Hinweise auf ein vollständiges Sexualdelikt hatte eine rechtsmedizinische Untersuchung nicht ergeben, die junge Frau war außerdem vollständig bekleidet. Ein versuchtes Sexualdelikt wollte die Staatsanwaltschaft auf RTL-Anfrage allerdings nicht ausschließen.

Wer kann etwas zu dem Vorfall in Lübeck sagen?

Die Polizei sucht weiter Zeugen, die etwas gesehen haben könnten. So wird die 20-Jährige beschrieben:

  • ca. 180 cm groß
  • schlanke Statur
  • blonde, schulterlange Haare
  • schwarzes T-Shirt
  • schwarze Jeans mit freien Knöcheln
  • grünfarbene Adidas Sneaker
  • Goldkette um den Hals

Wer sie in der Nacht von Freitag auf Samstag gesehen hat, kann sich unter folgender Nummer melden: 0451-131-4604.