Seit Jugendtagen befreundet„Man konnte sich immer auf ihn verlassen!” Horst Georg Linnemanns beste Freundin im RTL-Interview

„Georg war für mich einer der besten Menschen!”
Am 15. Dezember 2014 verschwindet der 28-jährige Student Horst Georg Linnemann spurlos. Die Polizei geht seit Jahren von einem Tötungsdelikt aus, seine Leiche wird allerdings nie gefunden. Im Jahr 2024 nimmt die Cold Case Unit den Fall wieder auf, neue Spuren führen sie ins Wattenbeker Gehe. Erstmals spricht nun seine beste Freundin.
„Nicht der Georg, wie er wirklich war”
Laut Melanie H. lernen sich die beiden mit ungefähr 17 Jahren kennen. Im RTL-Gespräch sagt sie: „Dann hat man sich halt öfter in der Schule gesehen, hat mal was zusammen gemacht. Dann hatten wir beiden angefangen mit dem Führerschein, hatten unsere ersten Autos und er hatte immer eine Schrauberhalle. Dann haben wir viel an den Autos geschraubt und dadurch war man dann wirklich viel zusammen.”

Charakterlich beschreibt die Kindheitsfreundin den Studenten in den besten Worten: „Georg war für mich einer der besten Menschen, die es gab, weil man konnte sich immer auf ihn verlassen (...) Und wenn ich mal irgendwas hatte, der kam auch nachts um vier noch. Also dieses, was man so hört, ist nicht der Georg, wie er wirklich war.”
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Linnemann soll an die falschen Freunde geraten sein
Sie sagt, damals sei sie seine engste Vertraute gewesen. Das Verhältnis zu seinen Eltern beschreibt Melanie H. als schwierig. Dann kommt es bei Linnemann zum Bruch: „Seine damalige Freundin hatte sich von ihm getrennt, und die hat ihm immer wirklich wahnsinnig Halt gegeben.” Dadurch sei er an falsche Freunde geraten, für eineinhalb Jahre soll er laut H. sogar in der JVA gewesen sein. Als er wieder rausgekommen sei, habe er sich um ein besseres Leben bemüht, ein Studium in Kiel begonnen. Laut H. ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Beiden bleiben trotz Entfernung in Kontakt.

Dann stirbt der Vater
Linnemann als auch sie hätten in der Zeit nach der JVA neue Beziehungen geführt: „Er hatte sein Leben wieder auf die Reihe gekriegt, und er hätte auch auch nie was getan, was seiner Freundin oder irgendwem hätte schaden können.” Später stirbt sein Vater, einige Monate vor Linnemanns Verschwinden. Beim Ausräumen der Wohnung kann H. nicht mithelfen, sagt sie. Sie hat Migräne.
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Dann das plötzliche Verschwinden: „Ich glaube, so drei, vier Tage vorher hatten wir nochmal kurz telefoniert. Geschrieben hatten wir einen Tag vorher noch.” Dann schickt sie eine Nachricht ins Nirgendwo. Sie wundert sich noch, dass da nur ein Haken ist auf Whatsapp. „Man hat damals immer schon aus Spaß gesagt, als er aus der JVA kam: Ja, du lebst jetzt gefährlich, aber das war eher so ein Spaß.” Vom Verschwinden ihres besten Freundes erfährt Melanie H. aus den Medien.
Unter Verdacht stehen damals zwei Männer aus seinem Umfeld, sie sind zu der Zeit 26 und 28 Jahre alt. Seit spätestens 2015 gehen die Ermittler davon aus, dass Horst Georg Linnemanns Leiche zuerst angezündet und dann vergraben wird. Was mehr als elf Jahre zurückliegt, nimmt nun neue Fahrt auf.
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Besondere Ermittlungseinheit nimmt Fall wieder auf
Seit Dienstag (3. Februar) suchen Einsatzkräfte im Wattenbeker Gehege bei Neumünster. Erst 2024 rollt die sogenannte Cold Case Unit (CCU) des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein den Fall erneut auf. Die CCU ist eine besondere Ermittlungseinheit, die sich mit ungeklärten Altfällen beschäftigt. Die Ermittler sichten sämtliche Akten neu, überprüfen frühere Spuren und befragen erneut Zeugen. Die neuen Hinweise führen schließlich zu einer großangelegten Suche im Wattenbeker Gehege, das für die Dauer der Maßnahmen komplett abgesperrt ist. Jedoch findet die Polizei trotz vielversprechender Spuren nichts. Dennoch gehen die Untersuchungen weiter.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


