Prozess am Landgericht Duisburg

Sektenführer muss sich verantworten

27. April 2021 - 18:41 Uhr

Als Lebenshilfe-Guru soll Wilri W. einige Mitglieder seiner gegründeten Sekte "Balance Life Recovery" zwischen 2016 und 2020 gequält haben. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Der selbsternannte spirituelle Führer will ein Verfahren entwickelt haben, das angeblich aus Lebenskrisen heraushilft. So soll er seine mutmaßlichen Opfer angelockt haben. Statt Esoterik und Therapien gab es aber – so die Anklage – Demütigungen und Schläge. Die Liste der Vorwürfe reicht von sexueller Nötigung über Vergewaltigung bis hin zu Freiheitsberaubung.

Bis zu 15 Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft geht von 40 Fällen aus, in denen die mutmaßlichen Opfer die Qualen über sich ergehen lassen mussten. "Konkret soll der Angeklagte die körperlichen Misshandlungen mit Faustschlägen und Tritten begangen haben. Er soll sich aber auch weiterer Gegenstände wie einem Metallrohr, einer Bratpfanne und einem Hammer bedient haben. Außerdem soll der Angeklagte mehreren Mitgliedern der Gruppe Brandverletzungen mit einem Bunsenbrenner und einem Gasherd zugefügt haben", erklärt ein Sprecher des Landgerichts gegenüber RTL WEST. Verurteilt das Landgericht Wilri W., muss er mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen.