Wofür zahlen Verbraucher jetzt mehr?

Inflation in Deutschland auf höchstem Stand seit fast zehn Jahren

09. Juni 2021 - 12:53 Uhr

Jahresteuerungsrate jetzt bei 2,5 Prozent

Die Inflation in Deutschland ist im Mai auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren gestiegen. Angeheizt vor allem von höheren Energiepreisen lag die Jahresteuerungsrate nach vorläufigen Berechnungen bei 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Experten rechnen in den nächsten Monaten mit einem weiteren Anstieg der Preise. Wir geben einen Überblick, welche Warengruppen und Rohstoffe besonders im Preis gestiegen sind.

Vor allem Energie treibt die Preise hoch

Es war der höchste Stand seit September 2011 mit damals ebenfalls 2,5 Prozent. Seit dem Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung Ende vergangenen Jahres sind die Verbraucherpreise damit den fünften Monat in Folge gestiegen.

Besonders tief in die Tasche greifen mussten Verbraucher im Mai 2021 für Energie, die sich innerhalb eines Jahres deutlich um 10,0 Prozent verteuerte. Zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 waren die Rohölpreise wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt zeitweise eingebrochen. Seitdem haben sie sich wieder erholt.

Zudem lässt die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, die Preise fürs Heizen und Tanken klettern. Nahrungsmittel verteuerten sich im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent, Dienstleistungen um 2,2 Prozent.

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Preisanstieg April 2021 im Vergleich zu April 2020

WarengruppePreisanstieg in Prozent
Flüssiggas38,9 %
Superbenzin24,8 %
Heizöl21,1 %
Dieselkraftstoff19,5 %
Scanner11,4 %
Kameras11,1 %
Computer-Software10,4 %
Pflanzen und Blumen7,5 %
Toastbrot5,7 %
Kaffeeprodukte5,1 %
Zigaretten4,9 %
Fahrräder4,7 %
Vollmilch4,7 %
Tabakwaren4,5 %
Äpfel4,3 %
Gartenmöbel3,9 %
Schnittkäse3,8 %
Zucker3,7 %
Reis3,2 %
Kartoffelchips3,1 %
Süßwaren3,1 %
Butter und Molkereiprodukte2,5 %

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Von April auf Mai 2021 stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,5 Prozent.

Ökonomen zufolge könnte die Inflation im Laufe des Jahres auf deutlich über 3 Prozent steigen. "Allerdings sind hierfür größtenteils temporäre Effekte verantwortlich, so dass für das kommende Jahr wieder mit merklich niedrigeren Raten zu rechnen ist", sagt Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner.

Aber nicht alles wird teurer. "Wo es ein Angebotsüberhang gibt, wird es günstiger", erklärt Jörg Funder vom Handelsforschungsinstitut IIHD. Das sei derzeit vor allem bei Textilien der Fall. (dpa/aze)

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